Es war
bald Mittsommer 1983 und wir waren im südlichen Oslojford.
Wir haben dann die Südküste abgefahren und Mittsommer im Ekenessund
geankert. Dort lagen wir
wie
auf dem Stachus mit Bootsverkehr hin+her. Um 24 Uhr wurden auf den Hügeln
und Schären die Feuer angezündet, und der Bootsverkehr ging
immer weiter mit geschmückten Booten mit Lampions. Es war ein schöner,
nicht ganz ruhiger Anker-Platz für Mittsommer. Nachdem wir zu Bett
waren, wurden wir um ca. 3.00 Uhr in der Früh geweckt, ein großes
Polizeiboot-küstenwache war gekommen.
Das Boot war ohne Fender längsseits fest, ich habe erst mal Fender
zwischen den Booten angebracht und gefragt, was es gibt?
Die Frage lautete, haben sie Katzen an Bord, ja haben wir, wir nehmen
die Katzen mit zum Töten
Sie dürfen keine Katzen nach Norwegen einführen. Wir haben
die Katzen nicht eingeführt, die Katzen waren noch nicht von Bord,
wir sind eine im Schiffsregister eingetragene Segeljacht, und auf der
SY herrscht neutrales Territorium. Uns ist nicht bekannt gewesen, dass
Katzen an Bord in Norwegen nicht sein dürfen.
Ich habe vorgeschlagen, den Anker aufzuholen und Richtung DK auszulaufen,
und sie können uns bis zum internationalen Gewässer begleiten.
Die Katzen werden nicht ausgehändigt!
Der Bootsführer telefonierte über Funk mit seiner Dienststelle
und fragte, ob wir unsere Ausweise abgeben und erklären dass wir
den Ankerplatz nicht verlassen, wir sagten OK.
Das Boot fuhr ab und kam wieder mit einem 150% tigen jungen Offizier,
der akzent- frei Deutsch sprach, mir wurde ein Schreiben von ihm überreicht,
darauf stand entweder die Katzen werden ausgeliefert, oder es wird von
der Schusswaffe Gebraucht gemacht.
Ich habe ihm erklärt, die Katzen werden nicht ausgeliefert, und
das Schreiben an mich gerichtet, bekommt er nicht mehr zurück.
Da hat er erst mal überlegt und gemerkt, dass Widerstand geleistet
wurde.
Ich habe noch mal vorgeschlagen, Norwegen sofort zu verlassen, aber
das wollte er nicht, inzwischen merkten wir, dass die Besatzung uns
gesonnen war, er sprach von DM 10.000.00 Strafe. Wir zeigten weiterhin
Widerstand.
Dann wurde vereinbart, wir bleiben dort liegen, OK.
Ich hatte morgens mit dem Konsul telefoniert, aber der konnte uns auch
nicht helfen.
Dann kam das Boot vormittags wieder und wollte mich und die Katzen zur
Dienststelle abholen, Irmgar
d
fing zu weinen an. Einer von der Besatzung sagte zu Irmgard, es wird
alles gut.
Ich fuhr mit den Katzen im Korb mit, es ging nach Tönsberg. Dort
stand eine grüne Minna mit Gitter, die Katzen sollten aber in einem
Käfig, der in der Minna stand, umgeladen werden, aber Munki hat
sich unmissverständlich geweigert, die Krallen und Zähne gezeigt.
Die Katzen blieben im Korb.
Die Dienstelle war überfüllt mit Besoffenen, denn es war Mittsommer,
und die Inhaftierten hatten die Nacht gebechert.
Ich wurde in einem Büro gebracht, die Katzen im Korb meine Hand
auch, der Offizier saß hinter seinem Schreibtisch in Zivil, einen
weißen Pullover über die Schultern und machte ein ernstes
Gesicht.
Ich habe gegrüßt und bin gleich losgepoltert, dass sein Schreiben
mehr als schlecht war und er es zu vertreten hat, dass die Katzen nun
an Land sind und weiter dass ich mit dem Deutschen Konsul gesprochen
habe und er seinen Minister anrufen soll. Das tat der auch und rief
an.
Der Junge sagte immer wieder OK, OK, wurde freundlicher und legte auf.
Mir wurde mitgeteilt von ihm, wir sollten weiter unseren Urlaub in Norwegen
verbringen und darauf achten, dass unsere Katzen nicht von Bord gehen.
Dann hat der junge Mann von seinem Studium in Bayern erzählt, und
wir wurden wieder per Minna und Polizeiboot zur „Windrose“
gebracht, Irmgard war überglücklich, und die Katzen hüpften
an Deck aus dem Korb.
Unsere Reise ging dann weiter Richtung Westen längs der Norwegischen
Südküste.
In Arendal ist Irmgard ausgestiegen und nach Deutschland geflogen und
hat die Monatsabrechnungen in der Fa. Quay-Glasbau erledigt.
Ich war mit den 2 Katzen Munki + Moritz an Bord wir haben uns langsam
nach Twedestrand verholt, dort haben wir Irmgard wieder an Bord genommen.
In der Zwischenzeit haben wir jeden Abend um 20 Uhr mit
Irmgard über Grenzwelle Radio Skagen telefoniert. In der Woche
hatte eine Frau in Skagen Dienst, sobald ich Skagen rief und die „Windrose“
meldete, sagte sie schon, „Windrose“ ich verbinde Sie.
Irmgard kam zurück und war noch gar nicht ganz an Bord, sagte sie,
Morgen können wir mit gutem Wind nach Skagen segeln, was wir auch
taten, aber das war verkehrt.
Wir sind früh morgens gestartet, der Wind wurde in den nächsten
Stunden immer mehr und die Segel entsprechend kleiner. Dann ist eine
Welle im Cockpit eingestiegen, wir hatten die Schotten schon eingesteckt
und somit kein Wasser im Schiff. Unsere Katzen waren nicht mehr zu sehen,
sie waren im Achterschiff unter den Oberbetten und bis Skagen nicht
mehr oben. Moritz, der sonst immer seekrank wurde, hat das Übel
Seekrankheit vergessen. Wir haben gesegelt wie die Weltmeister, aber
Skagen kam nicht in Sicht. Auch auf dem Radar war kein Land sichtbar,
wir haben uns Peilen lassen, das war möglich mit der Grenzwelle,
waren nördlich von Skagen in Skagen war schönes Wetter wurde
uns von Skagen-Radio mitgeteilt. Wir haben uns noch mal Peilen lassen,
kein Skagen sichtbar, erst als wir Skagen mit 270 Grad hatten, das heißt
die Peilung von Sk-Radio war 90 Grad, haben wir die Segel runtergenommen
und sind gegenan motort.
Wir waren nachts um 12 Uhr in Skagen. Haben hinten im Hafen an der Werft
festgemacht.
Ich bin dann noch mit Munki und Moritz, jede an einer Leine, an Land
gegangen.
Im Herbst oder Winter hat Irmgard zum Landwirtschafts-Ministerium in
Norwegen geschrieben, an unser Erlebnis im Sommer erinnert und um eine
Einreise für den nächsten Sommer gefragt, die auch sofort
bewilligt wurde.
Nun wollten wir das für Schweden auch, aber das wurde sofort abgelehnt,
aber im Schreiben lag ein Zettel in deutsch geschrieben, nicht einverstanden
sein, Einspruch einlegen, Sekretärin.
Das hat Irmgard gemacht, und wir bekamen einen vorgeschriebenen Transitweg
mit festen Stationen und Meldepflicht um nach Norwegen zu kommen. Somit
waren wir nicht mehr gezwungen, übers Skagerak zu schippern.
Den Herbst verbrachten wir wie immer wenn möglich in Penzberg,
Weihnachten auch Heiligabend war viel Schnee gefallen.

1982 Frühjahr,
die Windrose war schon zu Wasser und lag in Glückstadt im Hafen.
Wir bekamen einen Anruf, auf unserer „SY Windrose“ Nordsee
39 liegt ein Auto.
PI – AW – 748 Eigentümer war ein Zöllner vom Zollkreuzer,
der die Bremsen nicht fest hatte. Der Schaden war nicht allzu groß
und wurde bezahlt.