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Auszug aus meiner Autobiographie, die z.Zt. 10/05 314 Seiten zählt.
Vor 60 Jahren wurde ich am 7. April 1945, morgens um ca. 5.00 Uhr in Ostpreußen bei Seerappen verwundet. Am 20. April war ich schon in Tondern / Dänemark in einem Lazarett.In der Zwischenzeit wurde ich in einem Feldlazarett auf einem Tisch festgebunden operiert, dann nach Pillau gebracht und auf den 3.ten Dampfer verladen, die beiden Schiffe davor wurden versenkt. Ich habe das Buch: „Untergang der Gustloff“ gelesen, nun wurde mir wieder bewusst, welches Glück ich hatte. Beladen mit 6000 Menschen, es sollen aber 10 000 Flüchtlinge und Soldaten an Bord gewesen.
Am 15 April 05 habe ich endlich den Namen des Schiffes gefunden mit dem ich 1945 von Pillau nach Kopenhagen transportiert wurde.
Es war die „Mars“
Ich gehöre auch zu den Glücklichen, die die Überfahrt von Pillau nach Kopenhagen, im April 45, geschafft haben.
Ich bin Jahrgang 1927, wurde am 7. April 1945 ca. 5 Uhr in der Früh bei Seerappen ca. 2 Km entfernt vom Bahnhof verwundet.Dann zu Fuß und per Rad weiter, um 18 Uhr habe ich ein Feldlazarett irgendwo gefunden. Dort wurde ich auch sofort versorgt, operiert ohne Narkose, auf dem Tisch festgebunden, Holzscheit zwischen den Zähnen.
Weiter am 8. oder 9. April nach Pillau, in eine Schule transportiert, welches als Lazarett hergerichtet war, nach der OP. war ich nicht mehr gefähig, rechtes Bein geschient, rechte Schulter mit einem Stucka geschient einschl. der Hand.
Am 10. April 45 wurden Verwundete aufgerufen zum Verladen per Schiff, am nächsten Tag wieder, ich habe protestiert. weil ich noch nicht dabei war.Den Russen wollte ich nicht in die Hände fallen, das Drama von Mekehten habe ich erlebt, dass kurzfristig wieder zurück erobert war.Am 13. April 45 morgens wurde gefragt, wer will verladen werden, sofort habe ich hier geschrien. Mit den Ersten wurde ich verladen ganz unten im Schiff, inzwischen wurde ich auch gewahr, dass die zwei vorher verladenen Schiffe versenkt waren.Für mich war sofort klar, warum wir nun gefragt wurden wegen der Verladung, und ich hier unten aus dem Schiff raus mußte, nach oben, was mir auch gelang.
Die Überfahrt nach Kopenhagen haben wir geschafft, wir wurden für eine Nacht in einer Halle gelagert. Am nächsten Tag wurden wir per Eisenbahn nach Tondern in ein Lazarett (Lehrerseminar) transportiert, das war am 18. 04.45. Den Namen des Schiffes kenne ich nicht, den möchte ich gerne wissen. Die Daten 7.und 18. April sind verbindlich, die dazwischen kann ich nur schätzen.

 
März 1945 Juli 2005
Die Beschießung des Hafens von Pillau konnte nicht verhindern, daß weitere Schiffe Pillau anliefen um Verwundete aber auch Flüchtlinge abzuholen.
So hatte der Dampfer Weserstein am 12. April 45 festgemacht. In aller Eile wurde entladen und wieder mit Verwundete beladen, das Schiff war noch nicht beladen, als russische Flugzeuge das Schiff durch Bombenvolltreffer versenkte.
Der kleine Dampfer Wiegand erhielt am gleichen Tag einen Bombentreffer ins Vorschiff, der sich aber als Blindgänger erwies. Wegen seiner Lage konnte er nicht entschärft werden. Der Kapitän störte das nicht. Er nahm 2900 Flüchtlinge an Bord und brachte sie, mit der Bombe nach Rendsburg. In der Nacht vom 12. auf 13. April lief die Mars aus Bremen ein. Nach dem Löschen der Ladung nahm sie am frühen Morgen 2000 Verwundete an Bord, hier war ich einer der Ersten.
Dass nicht ganz einfach war, denn russische Flugzeuge versuchten die Einschiffung zu verhindern, sie wurden jedoch von der Flak vertrieben. Als sie wieder kamen, war die „Mars“ schon draußen auf See. Auf dem minenfreien Zwangsweg 58 brachte der Kapitän die Verwundeten sicher nach Kopenhagen. „Ich danke Gott für seine schützende Hand“
Der Großangriff auf die letzten Verteidiger des Samlandes begann am 13.April 1945, mit einem Feuerhagel schwerer Artillerie und Werferbatterien. Dann kamen die Bomber und pflügten den Boden um, auf dem die Sowjets noch Zehntausender deutscher Soldaten vermuteten.
Doch sie hatten sich getäuscht.
Die russischen Infanteristen und Panzer trafen kaum noch auf deutschem Widerstand. Vor der russischen „Dampfwalze“ aber floh eine Heerschar von Flüchtlingen, vor allem alte Leute, die immer noch auf ein Wunder gehofft hatten. Erst in den letzten Tagen, als sich die deutschen Verbände mehr und mehr absetzten und der Bevölkerung rieten, ebenfalls nach Westen zu marschieren, hatten sie sich schweren Herzens auf den Weg gemacht. Doch für viele war es zu spät. Sie wurden von den russischen Truppen überrollt oder abgeschnitten, so daß sie in ihr Zuhause zurückkehrten.
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