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Sommerreise 2006

 

 

Pfingsten – für die meisten ist es ein schönes, verlängertes Wochenende, der erste größere Segelausflug der neuen Saison, für uns ist es in den letzten Jahren der Start in die Sommer-

Reise geworden.

So war der Freitag vor Pfingsten, dieses Jahr der 2. Juni, schon im Frühjahr festgelegt worden.

Bei dem nasskalten Wetter in der 2. Maihälfte waren wir allerdings am Zweifeln: Sollen wir, sollen wir nicht …. …. Aber nach fast 50 Segelsommern auf dem Buckel sind wir keine Zuckerpuppen und wenn erst mal der Count - down läuft, dann geht’s auch los.

                                                          

Um 14,30 Uhr wurde abgelegt, „mit Proviant versehn“, wie’s so schön im Lied heißt. Die Sonne lachte, und ein schöner West 4 – 5 schob uns aus der Förde raus. Kurz nach 18.00 Uhr ging’s durch die Sonderburger Brücke, und nicht viel später lagen wir im Alsensund vor Anker.

Morgens am Pfingstsamstag war es grau in grau, und es nieselte etwas. Unser Reisefieber hielt uns nicht davon ab, um 8.00 Uhr Anker auf zu gehen. Der Alsenfjord mußten wir noch aufkreuzen, dann aber zog die „Windrose“ nach Norden.

                                                        

Beim Aufkreuzen stellten wir fest, daß die Selbstwendefock nicht rüberrutschte. die Schiene war gebrochen. Na, das fing ja gut an Natürlich kann man auch ohne Selbstwendefock segeln, aber da wir ja nicht mehr „so ganz neu“ sind, ist es doch sehr bequem, wenn man bei einer Wende das Vorsegel nicht dicht holen muß. Wenn etwas passiert, sagt man sich am besten: es gibt Schlimmeres….

Nach Aerösund kam die Sonne raus, und das sollte auch unser Urlaubswetter für die nächste Wochen sein. Nach der Insel Brandsö frischte es auf NW 6 auf, aber das tat uns nicht s mehr, das war nur noch Segelfreude pur auf den letzten Meilen, um 15.00 Uhr waren wir in Mittelfahrt fest..

Pfingstsonntag machten wir nur einen kleinen Sprung. Das Stück von Mittelfahrt bis Fredericia machten wir im Zeitlupentempo:1,8 sm Strom gegenan. Aber um 14.00 Uhr waren wir dann doch bei schönstem Sonnenschein.in Juelsminde fest. „Pings’n, ach wie scheun“.

Pfingstsonntag war wieder Sonne Pur, aber leider Motorwetter, es ging ein leichter Nordwind. So wurde die tolle, neue Selbststeueranlage angestellt, und die „Windrose“ zog ihren Weg. Wir erfreuten uns ganz relaxed an den frischen Farben des Frühjahrs, die nahe Küste mit dem Gelb der Rapsfelder, das warme Grün vom Korund und das zarte Grün von den bäumen, die ja mal gerade Blätter hatten.

Wir liefen um die Mittagszeit in Tunö ein, die Pfingstsegler verließen die idyllische, klein Insel, sie mußten morgen wieder arbeiten. Haben wir es gut! Das haben etliche segelnde Rentner genauso, das werden von Jahr zu Jahr mehr, die einige Wochen oder sogar den ganzen Sommer an Bord verbringen. Oh, oh, wir rüstigen Rentner, die Vater Staat so viel Geld kosten …. ….

                                                              

Auf Tunö gab’s schon die ersten leckeren Asparagus – Kartoffeln und obgleich unsere Kartoffelkiste voll war, „mußten“ davon welche gekauft werden. Dienstagmorgen liefen wir erst um die Insel. Es war wunderschön. In den Steilküsten brüteten Seevögel, und sie hoben ein Mordsgezeter an, obgleich wir den erlaubten Spazierweg nicht verließen. Genauso stiegen aus den wiesen und Büschen die Vögel schimpfend auf und beruhigten sich erst wieder, wenn wir außer Reichweite waren.

Eigentlich wollten wir so noch einen Tag genießen, doch dann „stach uns der Hafer“. Das war immer so bei uns, wenn wir nach Norden wollten. Wir aßen noch Mittag, motorten dann die 30 sm nach Greena..

Am nächsten Tag wäre es ja ganz schön gewesen, über die Aalborg-Bucht nach Saeby zu gehen, aber die 60 sm anzupacken bei nur 3 – 4, das läuft nicht

Wir gingen Kurs Anholt. Heute segelten wir wenigstens, aber trotz des geringen Windes hatten wir unmöglich viel Dünung. Der Strom lief gegen den Wind, das war eine tolle Schaukelei. Nu ja, was soll’s, 25 sm hat man schnell hinter sich.

                                                       

Anfang Juni ist Anholt wunderschön, davon können Segler in den Schulferien nur träumen. Gut 20 Schiffe waren im Hafen, und alle lagen noch locker längsseits an der Brücke und den Schlengel. Am schönen, langen Strand liefen ganz wenige. Der Ginster blühte und verströmte in der Wärme seinen Frühlingsduft. Die Sonne schien und schien, Petrus machte jetzt Ausgleich zum mäßigen Frühjahrswetter.

Was wäre Anholt ohne „Hummerhalen“? Ich kann nicht feilschen, das Geschäft mit den Fischern versteht mein lieber Mann besser. Durch den Zukauf auf Tunö hatten wir zu viele Kartoffeln, die neuen halten auch nicht lange. Also sammelte mein Käpt’n die „Tunö-Kartoffler“ in eine Plastiktüte, zog los und bot sie dem Fischer an.. Der war gar nicht kleinlich, gleiches Gewicht Kartoffeln gegen gleiches Gewicht Hummerhalen. Als mein Mann mit der leckeren Beute ankam, hab ich mich für den Handel natürlich geschämt, aber na ja, auf Anholt werden keine Kartoffel angebaut.

Es blieb bei Sonne und leichtem Westwind. Nach einem tag Pause auf Anholt zogen wir weiter nach Laesö. Segeln ist ein schönes, buntes Zigeunerleben, und das Schiff muss bewegt werden. Leider ließ der Wind im Laufe dieses 9. Juni sehr nach, so dass wir doch wieder die Hälfte der 44 sm motoren mussten. In Österby war es schon verhältnismäßig voll, es war Freitag, und von Laesö sind es nur knapp 30 sm zur schwedischen Küste, d.h. nach hier machen die schwedischen Segler bequem ihre Einkaufsfahrten, Alkohol – Tourismus kann man das auch nennen.

Am Ortsausgang von Österby haben Privatleute einen großen Rhododendron – Park angepflanzt, den man besichtigen darf und der auch ganz offiziell im Touristenführer erwähnt wird. Diese Leute sammeln Rhododendren wie wir Kamelien, nur viel, viel mehr. Es sind un-

glaublich viel Sorten, rot, weiß, rosa, lila, bis zum feurigen Orange. So was Schönes bekommt man nicht oft zu sehn.

                                                         

Am Samstag, 10. Juni, war es morgens sehr diesig, kein Wind, doch wir wollten in dem vollem Hafen nicht bleiben und hofften, dass sich bei dieser Schönwetterlage der Dunst schnell auflösen würde. Wir liefen erst um 9.30 aus Österby aus, und da war die Sicht immerhin so, dass wir kein Sicherheitsrisiko sahen. Aber was dann kam, dazu sagen die Engländer „Dark misty“, und sie haben Recht: Nebel ist „mist“. Wir haben uns nicht getraut (wir haben kein Radar), über die Fährlinien Frederikshaven ./. Göteborg zu gehn Richtung Skagen. Mit der sicheren Navigation meines Mannes haben wir Vesterö angesteuert. Wir haben jede Tonne gekriegt, sie aber erst gesehen, wenn wir sie bald umfuhren, so neblig war’s.

Wie’s dann so ist, bei der Einfahrt nach Vesterö klarte es auf, die Sonne lachte wieder. Uns langte es aber für diesen Tag, und wir hatten es gut in Vesterö, hier war’s nicht so betriebsam wie in Österby, zu weit weg für die Schweden.

Petrus hatte wohl eine große Wind – Sendepause eingelegt, aber es war Sonntagswetter, und so motorten wir mit guter Sicht nach Skagen. Als wir den ganzen Schiffsverkehr sahen, wussten wir wie richtig unsere Entscheidung vom Vortag war, nicht durchzugehen.

Viele schwedische Wochenendsegler verließen Skagen. Wie oft sind wir Skagen von Norden, Osten oder Süden bei Starkwind angelaufen und waren froh, durch die Hafeneinfahrt gehen zu können - geschafft. Diesmal kamen wir wie auf einem Ententeich an.

Montag und Dienstag gönnten wir uns Pause in Skagen. Es ist hier in der Vorsaison soo schön, der alte, gemütliche Ortskern, der quirlige, interessante Hafen, die urige Dünen- und Heidelandschaft bis nach Grenen, da, wo sich Skagerak und Kattegat begegnen. Und natürlich ist das Skagen- Museum mit den Bildern der nordischen Freilicht-Maler um 1900 jedes Jahr einen besuch wert.

Wir hatten zwei wunderschöne Tage in Skagen, guten Fisch für die Bord – Küche, ein bisschen Shopping gemacht, Fahrräder gemietet, da mit wir mobil waren.

Am Mittwoch, 14. Juni, war die Wettervorhersage so günstig, dass wir einfach los „mussten“.

WNW 4 – 5 ließen uns wahrhaft fröhlich dahin segeln, sehr gute Sicht ließen uns schnell die schwed. Küste ausmachen, und kein Dampfer kam uns in die Quere. Es war wohl der schönste Segeltörn dieser windarmen Sommerreise. Die Festung Marstrand ist weithin zu sehen und die Pater Noster Schären Backbord liegen lassen und nach Marstrand ein-

Laufen, das ist immer wieder beeindruckend..

                                                        

Der Beschläge – Hersteller Rütgersson ist in Marsrand ansässig, und von dem kommt unsere Selbstwendefock. Wir haben also eine neue Schiene gekauft, aber die Firma war nicht bereit auf die schnelle die Schiene zu biegen. Wie schon gesagt, es gibt Schlimmeres, zu Hause wird das bestimmt gemacht und sicher billiger als in Schweden.

Wir hatten nicht vor, weiter Nord zu machen, darum machten wir in den nächsten Tagen ein bisschen „Pendelverkehr“ Marstrand – Göteborg und zurück.

In Langedrag, dem „königlichen“ Yachthafen von Göteborg, liegen wir gern, es ist immer viel zum Gucken, und mit der Straßenbahn ist man schnell in der Stadt. Göteborg ist interessant, und wir mögen in den Ferien zur Abwechselung auch mal das Großstadtleben.

Samstag, 17. Juni, war Einlauf und Ziel des Volvo Ocean Race. Wir wussten das gar nicht,

aber man musste auch gar nicht wissen, in Langedrag machten so viele Schiffe „mobil“, das man schon ahnen konnte, es tut sich was Besonderes.

                                                          

Die Rennsegler waren im November in Vigo / Portugal gestartet und dann in Abschnitten mit Stationen in Kapstadt usw. um die Welt gesegelt. Wir waren mit der „Windrose“ ein Stecknadelknopf unter Tausenden von Booten, die diesen Zieleinlauf sehen wollten. Vielleicht muss man sagen, es war schon gut, dass kaum Wind war, So waren trotz der Vielzahl von Schiffen keine Hektik, keine Aufregung, alles sortierte sich von allein und ordnete sich ein, selbst die kleinen Fährschiffe, vollgepackt mit Schaulustige, machten kein Wegerecht-Theater. Oh, oh, das hätte ich in Deutschland mit unserem Wald von Vorschriften nicht erleben mögen….

Bis Trubaduren sind wir rausmotort, dann kamen die „Renner“ endlich in Sicht. Mit viel Getute und einem Wasserwerfer wurden sie empfangen.

18. Juni: Wir waren nun schon gut 2 Wochen unterwegs und hatten noch kein einziges mal das Cockpit – Verdeck drauf. Das sollte man auch mal dankbar vermerken. Mitte Juni schon richtiges Sommerwetter, das hatten wir an der westschwedischen Küste lange nicht immer.

Hafengeld ist ein fester Etat in den Segelferien, das haben uns vor allem junge Familien bestätigt, die doch noch ein bisschen sehr rechnen müssen. Dabei sind die wirklichen schönen Häfen nicht immer die größten Kassierer. In Marstrand haben SKE 120,- bezahlt, in Langedrag zwar SEK 150,-, dafür kann man aber umsonst duschen, also so viel man lustig ist.

Auf einer Fischerinsel nördl. Göteborg, kein gepflegtes Umfeld mussten wir SEK140,- bezahlen und SEK 10 für Duschen pro Person und das in ungepflegten Sanitäranlagen, das ist schon Abzockerei

 

Bei dem großen Durcheinander des Volvo Race muss ein Vogel oder sonst was im Masttop gegen die Windrichtungsanzeige geflogen sein. Jedenfalls war auf der Anzeige im Cockpit nichts mehr abzulesen. Als wir wider in Marstrand waren, sind wir mit dem Bus nach Göteborg reingefahren, ist ja auch mal interessant, das Landesinnere zu sehen. Freund Gunnar erwartete uns am Busterminal, und mit ortskundiger Hilfe hatten wir schnell Ersatz gefunden.

Also haben wir uns am Dienstag, 20 Juni, nach Öckerö verholt, wo Freund Gunnar am Mastenkran die neue Anzeige montierte.

Alles in Ordnung? Ja, das hatten wir wohl gemeint. Die Wetterprognose war ungemütlich für die nächsten Tage, und so wollten wir wieder nach Langedrag, um noch für Mittsommer einzukaufen. Beim Anlassen des Motors machte es „Bbbbb“ das war’s, er sprang nicht an. Dieses Geräusch kannten wir vom Ende der letzten Saison. Ein herbeigerufener Monteur konnte nur noch das bestätigen, was wir schon ahnten, aber lieber nicht wahr haben wollten: Wasser im Öl, Wasserschlag. Was nun? Wir hatten Dienstag vor Mittsommer, das ist in Schweden so, als wenn bei uns Weihnachten vor der Tür steht. Mit diesem Motor konnten wir nicht nach Hause, wir brauche die Maschine für Hafenmanöver, von Flaute ganz zu schweigen. In eine Reparatur hatten wir kein Vertrauen mehr. Unser schwedischer Freund Gunnar stellte alle möglichen Kontakte her. Die Volvo Werkstatt in Öckerö machte uns ein Angebot: Motor frühestens Dienstag nach Mittsommer, d.h. 27. Juni in Öckerö angeliefert, dann vielleicht 30. 6. eingebaut. Eine bisschen „manana“, letztendlich zu verstehen, jeder nimmt nur seine Sache wichtig..

Wir hatten gerade mal den 20. Juni. Was tun? Mein Mann hat den Monteur- Freund Konrad in Flensburg angerufen, auch da war erst mal Ratlosigkeit.

Mittwoch, 21. Juni man soll ja erst mal über was schlafen. So kam auch hier die Lösung, ein Händler in Fl. hatte den neuen passenden Volvo 20 – 130 S am Lager, und Konrad wollte mit seiner Frau den weiten Weg nach Öckerö auf sich nehmen nach Frederikshavn, mit der Fähre nach Göteborg, etwa über Land und mit der Fähre nach Öckerö.

Am Donnerstagmorgen schon musste die „Windrose“ an Land danach hatte Schweden ja langes Wochenende. Das fanden wir nicht mehr schlimm. Es war eine Lösung in Sicht, die zwar ein großer Griff in’s Portemonnaie war, aber es wurde uns geholfen.

Samstags, den 24. Juni morgens um 7.00 Uhr, waren Konrad und Frau Maren da, und abends hatte der tüchtige Konrad den neuen Motor eingebaut. Unter’m Strich muss man sogar sagen, dass es trotz des großen Durcheinanders an Bord ein schöner Tag war und der darauf folgende Tag auch, einfach weil Maren und Konrad so nette Menschen sind. Sonntagnachmittag fuhren die Beiden wieder nach Hause, und wir machten Hausputz.

Montagfrüh kam die „Windrose“ wieder in’s Wasser. Der Hafenmeister Mikkael Petersson sagte beim Verabschieden: „ Till next year, it’s so nice to see you“ Ich habe ihn angelächelt und mir mein Teil gedacht….

Mein Mann hatte sich die klein Insel Vrängö in den Aussenschären als nächstes Ziel ausgesucht. Freund Gunnar warnte mich: Irmgard, be carefully, please be carefully, it’s not so good for you, wes hall become Wind und a lot of rain“

Der gute Gunnar war wirklich besorgt, und als wir ablegten, begleitete er uns noch ein Stück mit seinem Motorboot. Als wir die Richtung Langedrag einschlugen, war er wohl beruhigt, drehte bei und winkte uns lange nach. Gerade in Langedrag fest, da fing es an zu gießen. Uns konnte das nicht mehr erschüttern, wir haben das Cockpitpersenning aufgebaut und erst mal 2 Tage relaxet.

                                           

Mittwoch, den 28.. Juni, kam nachmittags die Sonne raus, wir hatten WNW 4-5, also nix wie Leinen los. Es lief wunderschön durch den geschützten Schärenweg, und als wir in Höhe von Tislarna frei wurden, hatten wir zwar viel Dünnung, aber das segeln machte viel Spaß. Um 20,30Uhr gingen wir in der Malö – Bucht vor Anker, das liegt gerade querab von Nidingen am Ausgang Kungsbacka – Fjord. Es ist ein Naturreservat, die Schären sind hübsch bewachsen mit Heide und Wacholder und kleinen Kiefern. Morgens wurden wir von Vogelgezwitscher und vom Blöken einer Schafherde geweckt. Welt, wie bist Du schön!

Donnerstag, 29. Juni, hatte sich der Wind mal wieder schlafen gelegt. Der neue Motor machte und bestand seine Bewährungsprobe. Sonniges Wetter, gute Sicht, so zogen wir an dem prachtvollen Leuchturmanwesen Nidingen und Fladenturm vorbei Richtung Anholt.

Es war wirklich prächtiges Anholt – Wetter, Tag für Tag Sonne und eine leichte Brise, Hoch-sommertemperaturen. Obgleich die Schulferien in Hamburg und Schleswig – Holstein erst am 6. Juli begannen, war Anholt schon ganz schön voll, viele dänische und schwedische Familie. Morgens liefen wir den schönen, langen Strand hin und zurück, ich sammelte mal wieder Steine. In der Mittagshitze faulenzten wir, zum Essen gab’s wieder die leckeren Hummerhalen. Abends kühlte es so mitten im Kattegat ab, die Sonneuntergänge waren gemalen schön. Mein lieber Hermann war inzwischen auch vom Weltmeisterschaft - Fußball in Deutschland erfasst und fieberte mit am Fernseher in „Casablanca“.

Sonntagnachmittag, 2. Juli, waren wir das süße Nichtstun leid. Mich strapazierte wie jeden Sommer die Sonne, lähmt mein sonst so aktives Leben. Mit leichtem Südost liefen wir nach Grenaa, der Wind reichte gerade so viel, dass wir wenigstens die halbe Strecke segeln konnten.

Obgleich wir erst gegen 19.00 Uhr ankamen, gingen wir in Grenaa noch an die Tankstelle. Auch für die nächsten Tage war nichts anderes in Sicht als kein Wind Sonne, Sonne….

Montag motorten wir nach Langör und legten uns in der Bucht vor Anker, am nächsten Morgen suchten wir uns frühzeitig einen Platz im Hafen. Wir liehen uns Fahrräder und bevor die Hitze einsetzte, radelten wir los. Die Räder hatten wir schon bewusst mit Einkaufskörben ausgesucht, auf Samsö kann man überall an den Gartenpforten toll einkaufen: Kartoffeln, Erdbeeren, Gemüse, Kräuter, gartenfrische!

Die Landschaft von Nord Samsö ist sehr, sehr schön, Heide viel Wald. Wenn es nur nicht so schrecklich warm gewesen wäre, hätte ich das doch viel mehr genießen können.

                                                     

 

Am Morgen des 5. Juli beim Ablegen war der Skipper vom Nachbarboot behilflich. Aber er fing mit mir auch ein Schwätzchen an, was mein lieber Hermann gar nicht mag. Plötzlich ertönte es von hinten: „Wir sitzen auf Schiet, das Schiff bewegt sich nicht“. Hahaha, so kann man sich auch von Konkurrenz befreien.

An diesem Tag motorten wir 65 sm bis Middelfahrt, wenigsten der Fahrtwind brachte ein bisschen Frische. Abends mußten wir wieder an die Tankstelle und hinterher selbst unter den kalten Wasserschlauch, das war schön!

Die hochsommerlichen Temperaturen brachten uns wie in letzten Jahr früher nach Hause als geplant. Sogar der Regenschirm musste schon als Sonnenschutz herhalten.

Am Abend des 6. Juni machten wir wieder in Glücksburg fest. Die ganze Reise hatten wir wenig, zu wenig Wind, für mich zu viel sonne, der Motor war kaputt, aber das Wichtigste war doch, wir Beide + Katze Jule waren genauso heil angekommen wie gestartet. Im Großen und Ganzen war es schön gewesen, das muß man dankbar so sehn.

Mein lieber Käptn wird nun ein paar Wochen alleine segeln, bis die Sommerhitze vorüber ist. Er verträgt es besser, na ja, er ist ja auch noch so jung…. Ende Juli wird mein Mann 79 Jahre jung.

16. Juli 06

Ir. Quay.