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Sommerreise 2008

 

Irmgard’s 50. Segelsommer

Vorweg sei gesagt, es war wieder ein guter und erlebnisreicher Segelsommer. Es ist gut in unserem Menschendasein eingerichtet, dass meist nur das Intressante und Beeindruckende in Erinnerung bleibt.

Die „Windrose“ ist am 7. April ins Wasser gekommen, seit Jahren mal wieder „nach“ Ostern, denn das war dieses Jahr schon 23. und 24. März. Das Schiff war schnell ausgerüstet, nach so vielen Jahren geht das wie am Schnürchen. Und Einräumen und Ausrüsten macht immer Spass, die Vorfreude auf die neue Saison motiviert.

Im April haben wir oft Ostwind und schönes Wetter. Hermann hat auf der Förde „geübt“, d.h. mal bis Minde und zurück, mal bis Langballig usw.

Ansegeln war schon am 26. April, weil Anfang Mai ein Fest das andere ablöste: 1. Mai = Vatertag und Christi Himmelfahrt und am 11. Mai schon Pfingsten.

Man muß die Feste feiern wie die    Feste fallen. So früh wird das alles erst wieder im Jahr 2160.

Am 29. April ist Hermann „auf Tour“ in die Schlei gegangen. Er sagt, am 1. Mai war die Kappeler Brücke 3/4 Std. geöffnet, so viele Segelboote wollten durch. Eine endlose Karavane. Na; die wartenden Autofahrer werden bestimmt geschimpft haben: „Ssss… - Segelbootfahrer“ Ich bin mit dem Auto nach Grauhöft gekommen, wo wir uns mit unseren jungen Fahrdorfer Freunden getroffen haben.

Von nun an lebt mein Käptn fast den ganzen Sommer an Bord. Im Mai macht er dän. Südsee und immer wieder die Schlei. „Hoch Markus“ beschert uns Anfang Mai einen Vorgeschmack auf den Sommer. 24 / 25 Grad warm. War das früher um diese Zeit auch so warm? Ich mein, wenn wir in Juni nach Norden zogen, war das Pulloverwetter. Pfingsten waren Jule und ich mit an Bord, Sonderburg / Dyvig und zurück, schönes Wetter, hat Spaß gemacht.

In Schleswig ist dieses Jahr Landesgartenschau. Da haben wir uns im Mai die Frühjahrsbepflanzung angeschaut. Hübsch! Die ganze Schleiregion hat sich zusammengetan und ist sehr rege in der Tourismuswerbung. Z.B. hat man eine Jahreszeitschrift „Mohltied“ her raus gebracht. Darin werden Restaurants und Cafe’s vorgestellt, darunter eine Tortenkönigin. Obgleich wir keine großen Kuchenesser sind, hat uns das neugierig gemacht, und wir sind auf Probier-Tour gegangen. Da ich der „Windrose“ mit dem Auto oft hinterher gefahren bin, konnten wir viele Ausflüge machen. Unser diesjähriger Cafe’ – Favorit ist das Cafe’ Krog in Ulsnis.

Ja, ich komme viel mit dem Auto hinterher, und Hermann hat ein „Zimmermädchen“. D.h. ich bringe saubere Wäsche und frischen Proviant und wenn ich komme ist das ein bisschen so, als wenn eine Fähre zur Insel kommt und anlandet. Bevor ich wieder fahr, mach ich Müsli – portionen, Bütterkes auf Vorrat und bereite Essen vor, Paprikagemüse usw.,. da lässt es sich als Einhandsegler leben.
 

Im Logbuch steht Ende Mai: der Wonnemonat Mai war für die Segler super gut. Hermann hat fast den ganzen Monat an Bord verbracht, und auch ich war viele Tage auf der „Windrose“, dass ich schon Vorräte aufstocken musste, bevor wir auf Sommerreise gingen.

Am 6. Juni war es dann so weit. Bei hochsommerlichen Temperaturen starteten wir. Jeder „normale“ Mensch freute sich ja über die Wärme und Trockenheit der letzten 5 Wochen. Mir aber geht’s wie den Landwirten und Gärtnern: ich stöhn. Alles was über 25 Grad ist, ist mir zu viel.
Bei Ost 3 bis schwachwindig geht es in Tagesetappen nach Sonderburg, Damp und Großenbrode. Am 4. Tag hat der Wind auf NW 3-4 gedreht, und nach 22 sm sind wir nachmittags in Timmendorf auf Pöel fest. Oh, oh, das kann ein schaukeliger Hafen sein. Ich hatte es beim Festmachen schon geahnt, vom Liegeplatz frei auf die See, auf die Wismar Bucht gucken zu können, das kann nicht gut gehen. Der Seewetterbericht „versprach“ auch prompt W-SW 5-6 und als ich in der Koje lag, hörte ich es schon „klödern“. Morgens gab es statt Ausflug nach Wismar einen schnellen Aufbruch und eine noch schnellere Reise nach Warnemünde. So waren wir am 10. Juni am frühen Nachmittag im feinen Hohe Düne Yachthafen fest..

 

In Timmendorf hat Hermann das Schiff für die Nacht zwischen den Pfählen und Kaimauer so frei gebunden, dass wir ohne Manöver zu jeder Zeit flüchten konnten.

Am nächsten Tag hörten wir. über UKW „Pappa 07“ einen Segler fragen, der noch in Timmendorf lag: Ob die 5-6 aus West wirklich kommen. Wir haben geschmunzelt, richtig gemacht.

5 Sterne Yachthafen Hohe Düne: Ein Yachthafen der Superlative von den Ausmaßen und allem Drumherum.Erbaut vom Norweger Löksiek mit Zuschüssen von Europa usw. Noble sanitäre Anlagen mit ital. Mosaik und Mahagoni. Das Schönste: Jeden Morgen, wenn wir zum Duschen gingen, war unser erster Blick, welches Kreuzfahrtschiff wohl gekommen war. „ Aida Bella“ usw.

+ reger Fährverkehr, alle waren sie auf der Warnow zum Greifen nahe. Sehr, sehr schön anzusehen.

11. Juni, unser Hochzeitstag, das musste doch eigentlich nur ein guter Tag werden. Aber, aber……..

Wir holten unseren verpassten Ausflug nach Wismar nach. In Rostock beim Einsteigen in die Bahn bin ich, sagen wir das mal so, tüffelig. Ich stolper rein und schlag mir tüchtig das Schienenbein auf. Das sollte doch wohl Strafe genug sein, nein, als ich auf dem Boden lieg, schlägt mir die autom. Tür in’s Kreuz.

Wir sind trotzdem nach Wismar gefahren, und es war ein wunderschöner Tag. An die Meck-Pomm.-Küste waren wir ja mal wieder gegangen wegen der Backsteingotik. Das ist eine großartige, beeindruckende.Hinterlassenschaft der Hanse. Nicht umsonst sind Wismar und Stralsund zum Weltkulturerbe ernannt worden. Wir waren lange in der Nicolai-Kirche, und Hermann hat fotografiert. St.Georgen macht große Fortschritte im Wiederaufbau, wird aber leider nicht mehr für Gottesdienste, also für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden, sondern für Konzerte und andere weltliche Veranstaltungen. Als Mahnung bleibt der Turm von St.Marien, wir sollen nie vergessen, was der Krieg angerichtet hat.

 

Am Donnerstag, 12. Juni, ich hatte schon ziemlich Schmerzen im Kreuz, haben wir noch einen Dampfer-Ausflug auf der Warnow nach Rostock gemacht. Die dortige Marienkirche war schließlich auch „dran“, und mal die Aker-Werft in ihrem ganzen Umfang, die vielen Fähranleger aus der Nähe und mit den Erklärungen von „He lücht“ zu sehen, war sehr interessant.

Am Freitag, 13. Juni, machten wir die langen 42 sm von Warnemünde nach Barhöft in die Bodden. Seit Darßer Ort nicht mehr angelaufen werden kann wegen Versandung ist das für kleine Schiffe eine lange Strecke. Wir hatten West 4-5 zunehmend, und da es immer an der Küste lang geht, wurden die gut 9 Stunden nicht langweilig.

Barhöft ist Station für den Lotsen, den Seenotkreuzer und die Küstenwacht. Ein kleiner Hafen direkt am Naturschutzgebiet des Boddens gelegen. Ein ausgesprochener freundlicher und hilfsbereiter Hafenmeister versorgt die Segler vorzüglich.

Am nächsten Tag sind wir bei W 5, also gegenan, nach Barth in die Bodden gegangen. Eine kurze, holperige See. Mir wurden die 12 sm zur Unendlichkeit. Sitzen konnte ich nicht vor Schmerzen, ich hab in der Kajüte gestanden und mich festgehalten. Und hab mir meine Gedanken gemacht. Eine Rippenprellung hatte ich schon ein paar Mal, da war „mein Fell“ aber nach 2 Tagen blaurot. Jetzt tat es so weh, dass ich nicht auf der Seite liegen konnte und jede Erschütterung weh tat aber zu sehen war nichts. Rippe gebrochen? Ich vermutete es, aber das wollte ich mir doch lieber vom Orthopäden absichern lassen.

Sonntag, 15, Juni, bin ich mit der Bahn nach Fl. gefahren, und Montagfrüh war ich beim Arzt. Es war so, das Röntgenbild zeigte es: Die Zugtür hatte mir eine Rippe durchgeschlagen, 6 Wochen rechnet man für den Heilungsprozess. Als ich dem Arzt sagte, dass ich am nächsten Tag wieder an Bord wollte, sagte er gedehnt: „Na, ja“. Er hat sich wohl sein Teil gedacht und gab mir noch mit auf den Weg, leichte Arbeit zu machen.

Ich wusste nun, was los war und akzeptierte es. Wenn man darin steckt, ist es einfach so, aber im

Rückblick sprech ich schon von „den schrecklichen 4 Wochen“

 

 

 

Am 17. Juni bin ich also nach Stralsund gefahren, wo Hermann mich am Bahnhof abholte. Dieser praktisch denkender Mensch hatte schon einen Leihwagen organisiert. Es war ja klar, dass diese Sommerreise nun ganz anders verlaufen würde.

Barhöft wurde für ein paar Tage Ausgangspunkt für unsere Ausflüge. Wir fühlten uns da so richtig wohl, vor allem wegen dem netten, tüchtigen Hafenmeister. Er half, wo er nur konnte.

Mittwoch verbrachten wir den ganzen Tag in Stralsund. Erst waren wir in der Marienkirche, auch da wird immer noch renoviert, das wird auch noch lange so weitergehen, es fehlen einfach die finanziellen Mittel. Ganz schlecht steht es um St Jacobi, wird auch nicht mehr als Kirche genutzt.

 

 

Am besten zurecht ist der Rathaus-Komplex mit der angrenzenden Nicolai Kirche. Es ist einfach das Vorzeigestück der Stadt Stralsund, die Fotos davon sind in der Werbung. Der Anblick von Rathaus und Kirche vom Marktplatz gesehen ist wirklich beeindruckend.
Donnerstag, 19. Juni, sind wir über die neue, imposante Brücke gefahren. Man kann verstehen, dass Rügen eine heißgeliebte Ferieninsel der Deutschen geworden ist und vor allem zum Einzugsgebiet der Berliner Ausflügler gehört. Die wunderschönen Alleenstraßen, oft noch mit Kopfsteinsteinpflaster, die vielen kleinen Orte, wo die Zeit stehengeblieben scheint, die Seebärenkultur. Aber vor allem die schöne Landschaft! Wir sind oft am Straßenrand angehalten, haben gestaunt über die Felder voller Mohn und Kornblumen und uns gefreut. In der DDR hatte man kein Geld für Unkrautvernichtungsmittel. Da konnte man nicht so viel kaputt machen. Ich habe oft bewundert, was für Blumen noch so einfach am Wegesrand wachsen und habe mich an Kinderzeiten erinnert. Schön, einfach schön!

 

Freitag, 20. Juni, waren wir noch mal in Stralsund. Mit immer mehr Wissen, inzwischen hatten wir wohl 6 Bücher über Bachsteingotik an Bord, ließen wir noch mal „Stolz und Herrlichkeit der Hansen“ auf uns wirken. Eine Pracht, die über Jahrhunderte bewahrt wurde. Zum Schluß haben wir im Citti – Markt noch tüchtig eingekauft, bevor es am nächsten Tag nach Hiddensee weitergehn sollte.

Es war sonnig und West 5, richtig schöner passender Segelwind, als wir Samstagmorgen, 21 Juni, in Barhöft ablegten. So schön zu segeln, dass es mir in der Seele weh tat. Ich konnte ja nicht mal richtig sitzen im Cockpit, geschweige denn Ruder gehen. „Das Ripperl“! So was passiert ausgerechnet mir, die sowieso nur wegen des Segelns, d.h. am Ruder sitzen, an Bord ist.

 

So waren wir mittags, Samstag, 21. Juni, in Vitte auf Hiddensee fest. Mit dem Hafenmeister „von ganz oben“ kamen wir nun „nach unten“, aber wir wussten es ja schon. Wir kannten „ihn“, den Hafenmeister von Vitte, von unserer Segelreise im Jahre 2000. Dieser Mann läuft nur dem Geld hinterher, und er lässt sich alles ungewöhnlich hoch bezahlen. Service biete er kaum, für Brötchen muß man ein ganzes Ende in’s Dorf laufen. Aber dieser Hafenmeister ist in Seglerkreisen an der ganzen Küste bekannt. Nur, was der allzu gut weiß, wer als Segler nach Hiddensee will, kommt an Vitte nicht vorbei, die anderen Häfen bieten wenige Liegeplätze.

 

 

Wir waren noch nicht lange in Vitte fest, da legte auch die Comfortina 35 des Commodore des FSC, Enno Brink, mit Herrenbesatzung an. Jedenfalls hatte mein Mann viel zu erzählen und bekam die neusten Vereinsnachrichten.

Ich war auf Hiddensee, dem „söten Länneken“ in meinem Radius sehr eingeschränkt, ich konnte auch nicht Rad fahren, d.h. das Gehoppel wollte „Ripperl“ nicht. Hermann war den ersten Tag mit dem Rad auf dem Dornbusch und hat schöne Bilder mitgebracht. Hiddensee ist autofrei, landschaftlich schön, die Insel ist etwas Besonderes, hat immer Künstler angezogen und diese inspiriert.

 

Wir sind viel gelaufen, laufen konnte mein Ripperl am besten. Am Strand waren wir ein paar Mal, haben aber keinen Bernstein gefunden, vielleicht braucht man dafür mehr Ruhe und ein Auge zum Suchen nicht mal einen „Hühnergott“ hab ich gefunden, das sind Steine mit einem durchgehenden Loch, die man also aufhängen kann.

Ein paar Bernsteine und einen Hühnergott hab ich mir in einem speziellen Laden gekauft. So „unnett“ wie der Hafenmeister in Vitte ist, so nett ist dieser Bernstein-mann, ein Künstler in seinem Beruf und auch ein Lebenskünstler.

 

 

Montag und Dienstag (23. und 24. Juni) hatten wir Starkwind, richtig Starkwind, dass sogar Hermann sagte: „Viel Wind“. Küstenradio DP 07 machte laufend Windreklame: SW auf West drehend 7, in Boen 10. Die „Windrose“ hat in der Box geschaukelt und schief gelegen.

Wir saßen wie auf Kohlen, wollten weg von Vitte und standen laufend mit unserem Freund in Fahrdorf in Verbindung, der im Internet „Ugrib us“ die Wetterentwicklung verfolgte.

Dienstagabend kündigte Kai uns für den nächsten Tag ein „Zeitfenster“ an,. an diesem Mittwoch sollte es schwachwindig sein, aber am Abend schon wieder anfangen aus W – SW zu wehen. Wir waren früh „in den Puschen“ und legten um 5,30 Uhr in Vitte ab. Der Wind war wirklich umlfd. schwach, und ich betete, daß dieses Zeitfenster halten würde. Wir nahmen Kurs auf Warnemünde, genossen noch mal vom Wasser aus den Dornbusch, so ist der Anblick nämlich fast am schönsten. Wir sind so klein, und die mächtige Steilküste liegt über uns mit dem hübschen, weißen Leuchtturm und der leuchtenden, roten Mütze oben drauf.

Mittags hatten wir Darßer Ort querab. Die „Maximum“, auch vom FSC, war an diesem Morgen von Stralsund gestartet und auch auf dem Weg nach Warnemünde. Wir hielten über Handy Kontakt. Nachmittags um 15,30 Uhr waren wir wieder in Hohe Düne fest, ich natürlich ziemlich erleichtert. Zwei Stunden später kamen auch unsere Freunde, und wir hatten einen fröhlichen Abend.

Wir lagen noch nicht ganz in der Koje, da sang der Wind sich schon wieder aus ein, und morgens pfiff es wieder aus West. Kai hatte Recht behalten mit seinem Zeitfenster. 26 – 27 – 28. Juni viel Wind und teilweise auch Regen. Hermann fing wohl langsam an zu überlegen wie diese Reise weiter gehen sollte. Er wollte, musste und sollte segeln. Seine wahrhaft rettende Idee: unser Auto muß her. Gedacht, gesagt und auch ruck – zuck getan. Am Samstag (28. Jun) brachte uns ein Nachbar das Auto und fuhr am selben Tag mit dem Zug zurück. Nun hatte jeder von uns sein Fortbewegungsmittel, und es wurde eine ganz andere, aber sehr, sehr interessante Reise. Gleich am nächsten Tag, Sonntag 29. Juni, ging unsere Kombi-Reise los. Bei uns war es ein Riesenvorteil, dass Hermann ein sehr geübter und tüchtiger Einhandsegler ist. Mein Käpten freute sich, wieder vogelfrei zu sein und segelte an diesem Tag nach Kühlungsborn.

Über Handy standen wir in Verbindung, und als er anlegte, war das „Zimmermädchen“ auch da.

Das spielte sich schnell ein und klappte prima auf der ganzen Reise.

Ich ging dann wieder an Bord, und es war wie immer, aufräumen, kochen, kleine Pause. Und danach kam unsere zweite Schicht. Wir setzten uns in’s Auto und machten Sightseeing.

So fuhren wir am Spätnachmittag nach Bad-Doberan und guckten uns die Abtei-Kirche an, auch ein Paradebeispiel von Backsteingotik. In dieser Basilika ist noch fast das ganze mittelalterliche Inventar erhalten. Im Gegensatz zu den anderen Stadtkirchen liegt die Doberaner nicht eingeengt zwischen anderen Gebäuden, sondern frei in einem Park auf dem ehemaligen Klostergelände. Auch vom Kloster stehen noch Gebäude, die aber sehr baufällig sind. Es wundert, dass die Doberasner Kathedrale noch nicht zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. Das kommt bestimmt noch und würde dieses prachtvolle Gebäude der Backsteingotik noch mehr aufwerten.

Montag, 30. Juni, machten wir Hafen und Ausflugtag. Kühlungsborn ist gar nicht so klein, wir haben vor allem den Kur- und Bäderteil abgefahren. Danach waren wir zum Salzhaff nach Rerik. Dieser alte Fischerort hat eine beeindruckende Kirche, sehr schöne Kalkmalereien und wertvolles Inventar. Wohl mit Recht war ein Aufpasser in der Kirche, der uns erzählte, daß diese reiche Ausstattung von den Gutsherren des Umlandes gekommen ist. Die Kirche von Rerik wird auch im Baedecker als sehenswert beschrieben.

Dienstag, 1. Juli, wurde ein warme, vor allem sehr langer Tag. Anfangs war es schwachwindig, dann SO 3-4, Hermann wollte eigentlich nach Boltenhagen, aber das erschien ihm als großer Umweg wegen der Ansteuerung von Süden. Ich habe mir die neue Marina von Boltenhagen angeguckt, eine noch sehr nüchterne Feriensiedlung, wo noch gar nichts los war. Nein, da brauchten wir wirklich nicht hin, wir hatten nichts verpasst.

Hermann nahm Kurs auf Fehmarn, und ich hatte viel Zeit. Ich guckte mir noch mal Wismar an, aß im Schatten der Wasserkunst genüsslich mein Bütterken, stand lange vor der Ruine von St.-Marien, deren gewaltiger Turm neben St.--Georgen mahnend in den Himmel ragt. Ich zündete noch mal Kerzen an in St-Nicolai und betete. Die schmucken, renovierten Häuserzeilen beguckte ich mir noch mal in aller Ruhe, Wismar ist sehr, sehr schön.

Dann machte ich mich auf „die Socken“ ich musste ja noch die ganze Lübecker Bucht umfahren. Mein Ziel war erst mal das Kloster Cismar bei bei Grömnitz. Cismar gehört zu den Schlesw.-Holst. Landes Museen und zeigt sehr oft schöne Ausstellungen, dies mal leider nicht. Aber ich war da trotzdem gut aufgehoben. Es war ein ziemlich warmer Tag und da ich mit dem Auto ja viel schneller war, hatte ich reichlich Zeit. Ich setzte mich draußen in’s Kloster-Cafe. Beschattet von großen Bäumen habe ich viele Postkarten geschrieben. Ich bin ein „Schreiberling“, und so denke ich auf Reisen an alle guten Freunde. Im Kloster ist ein Kunstgewerbeladen, und darin entdeckte ich ein weiches Kissen. Für diesen Bericht so gar nicht wichtig, aber für mich erzählenswert. Dieses Kissen war für mich von nun an „die“ Stütze für mein Ripperl, ich hab es heute noch im Auto.

Unterwegs hab ich meist in Hofläden eingekauft, es mangelte uns nie an frisch gepflückten Erdbeeren und anderen Köstlichkeiten. Gut ausgerüstet hab ich in Heiligenhafen nicht so lange warten müssen, um 18,30 Uhr machte Hermann mit der „Windrose“ fest. Müde waren wir beide nach unseren langen Tagesreisen, ausnahmsweise gingen wir essen. Gut war’s nicht, aber manchmal muß das auch egal sein.

Ein Tag reisen + ein Hafentag, das war unser Rythmus. Den nächsten Tag, 2. Juli, blieben wir also in Heiligenhafen. 1000 Liegeplätze – ein Meer von Booten und Masten, und am Ende des Moores ist auch noch ein großes Feriendorf. Touristen über Touristen. Wir haben alles abgefahren und es uns beguckt. Also: Segeln hat doch immer noch wesentlich mehr Individualismus als camping usw, das haben wir ganz dankbar festgestellt. Nach Fehmarn sind wir auch rübergefahren, haben uns die stattliche Kirche in Burg angeguckt. Vor allem aber bin ich Schleswig-Holsteinerin endlich über die Fehmarnsund-Brücke gefahren. Bisher immer nur unter durch.

Donnerstag, 3. Juli, sind wir früh aufgestanden, Hermann wollte heute über die Hohwachter Bucht nach Laboe. Mir war früh aufstehen immer gerade recht, das Ripperl konnte am schlechtesten liegen, die Nächte waren schlimm. Es war ein sehr warmer, sonniger, gewitteriger Tag und Ost

5 – 6. Um 7,15 Uhr legte die „Windrose“ ab und war um 14,15 Uhr in Laboe fest. Ich fuhr über Nebenstraßen dorthin, und man lernt immer dazu. Hatte ich doch gemeint, Laboe ist ein Teil von Kiel, nein Laboe gehört zur Probstei.

An diesem Tag hatte ich viel Zeit, viel zu viel Zeit in der Wärme. Ich war immer auf der Suche nach einem schattigen Parkplatz, in Laboe ist nicht viel Auswahl. Wo Schatten war, war Halteverbot oder ein anderer war schon da. Ich hab mich in eine Siedlung verkrümelt und bei offener Tür geschlafen. Wer sollte mich schon klauen?

Freitag war Hafentag in Laboe. Der Käpten erholte sich von den Törn über die Hohwachter Bucht, die „Ritterin der Landstraße“ erholte sich von dem warmen Vortag. Morgens waren wir mit dem Ausflugdampfer nach Strande, und nachmittags fuhren wir Wentorf, Möltenort, Heikendorf usw. ab. Wir haben viel, viel gesehn auf dieser Reise. In Laboe haben wir in dem neuen Baltic-Yachthafen gelegen, sehr modern und gepflegt und ein guter Service.

Sonntags, 5 Juli, hatte Hermann eine kurze Reise, 13 sm nach Damp bei West 4 waren nicht weit, es war warm und diesig. Um 8,15 Uhr abgelegt und um 11,30 Uhr war die Windrose schon wieder fest. Hermann ist gerne in Damp, vor allem das Baden und anschließend Massage bei Frau Fricke gefällt ihm. Man kann schön spazieren gehen, und es sind dort immer unterhaltsame Veran-staltungen. Der Käptn sagt: „die tun was“.

Am Sonntag, 6.Juli, fuhren wir nach Hause. Es war schwachwindig, warm und schwül. Motoren musste wir heute also beide, aber um 14,30 Uhr war die „Windrose“ auch in Glücksburg fest.

Damit war der erste Teil des Segelsommers 2008 zu Ende gegangen.. Hermann wollte sich die 12 er Regatta angucken und anschließend die der Folkeboote. Wie lange würde er es wohl an Land aushalten? 2 Tage!! Am 9. Juli legte er nachmittags „mit frischem Proviant versehen“ wieder ab. Einhand, die „Windrose“ gehörte ihm mal wieder allein.

Eine Woche hielt sich die „Windrose“ auf der Schlei auf bei meist frischem West und Südwest – Wind. Am 16. Juli, legte die „Windrose“ Richtung Norden ab. Bei W –NW 5-6 ging es in 2 Tages-reisen nach Middelfahrt. Am 18.Juli war Petrus die Puste ausgegangen und legte einen Tag Pause ein, schwachwindig. Damit kam Hermann aber gut bis Julsminde, am nächsten Tag hatte der Wind auf SO 5-6 gedreht, und ab ging’s nach Tunö.. Alle Nordländer hatten nun Schulferien, und so voll waren jetzt auch alle Häfen. Trotzdem machte Hermann einen Hafentag, Kartoffeln an der Straße kaufen usw.

Montags, 21 Juli, gab’s NO 5-6, und die „Windrose“ legte ab Richtung Arhus. Er machte Mittagspause auf Anker in der Begtrup Vig und war am frühen Abend in Marselisborg fest.

Es war prächtiges Hochsommerwetter, und Hermann hatte eine Verabredung mit seinen „Ferien-kindern“. (Auch auf die Gefahr, der eingeschränkten Freiheit) Am Mittwoch, 23. Juli, bin ich mit Jule im Auto nach Marselisborg gefahren, und der 2. Teil unserer gemeinsamen Segelferien begann, die sogen. Geburtstagtour. Nachdem alle Mitbringsel verstaut waren, legten wir ab. Raus aus der großen Stadt und auf Anker.

Es begannen wunderschöne 10 Tage, jeden Tag sonnig und warm und immer mäßiger östlicher Wind. Wir machten

 Pendelverkehr in der Aarhus Bucht, Samsö, Knebel Vig, abends lagen wir fast immer auf Anker, in einen Hafen ging’s nur, um frisches Obst und Gemüse und Brot zukaufen. Und Bademeister waren wir, weil’s so warm war. Herrlich!

 

29. Juli – Geburtstag: Hermann wurde 81 Jahre „jung“, und so sah auch der Geburtstagtisch aus. Viele fröhliche Pakete und oben drauf ein großes Schild „18“. Und dieses jugendliche Alter verkündet Hermann dann auch bei den vielen telefonischen Glückwünschen. Im Logbuch steht:

Hoch soll Hermann leben, und Gott beschütze ihn! Wir verbrachten diesen schönen Tag in Nappedam, ganz am Ende der Arhusbucht.

Am Mittwoch, 30 Juli, verspürte vor allem ich Lust auf ein bißchen Großstadtluft. Das Auto stand doch da, und es war interessant, das Hafengelände abzufahren, wo scheinbar ohne Ende gebaut wird, mal das Container-Terminal aus der Nähe zu sehen. Ich machte meinen Stadtbummel, ging in den Dom, kaufte bei Salling einen Haufen gute Lebensmittel und war rundum zufrieden. Ein Bilderbuchabend in Marselisburg schloß diesen schönen Tag ab. „Luft wie Sied“ und eine lange Schlange an der Soft-Ice – Bude.

Am Donnerstag, 31 Juli, hatten wir nur sehr schwachen SO, trotzdem machten wir uns auf den Weg. Die Wetter-Prognosen verkündeten für die nächsten Tage Witterungsumschwung, d.h. SW- Wind, Schauer und kühler, vorbei war’s mit dem Sommerwetter. Wir genossen noch den letzten schönen Sommerabend auf Anker in der Selvig – Bucht vor Samsö.

Freitag, 1. August, hatten wir einen Parade – Segeltag, 36 sm standen abends zu Buche, und es war das reinste Vergnügen gewesen. Wir meinen, wir sind noch nie so gut und so schnell von Samsö nach Middelfahrt gekommen. SO 4 – 5 und das schöne Wetter reichte auch noch, abends zog es dann zu, und der Wind drehte. Da waren wir fest und hatten einen gemütlichen Abend mit Gretel und Hanni Koch, die mit ihrer „Ole“ in Middelfahrt lagen.

Am Samstag, 2. Aug., verholte Hermann vom Stadthafen in den Yachthafen Middelfahrt, während ich mit dem Zug nach Arhus fuhr und das Auto nachholte. Es war windig und ungemütlich geworden. Sonntag gab’s WSW 5-6 mit Schauerböen, und wir haben eine schnelle Reise, bis Aerosund noch am Wind segelnd liefen wir dann nach Lyö ab, 33 sm waren’s am Ende. Wir legten uns so weit wie möglich an’s Reff auf Anker und lagen ruhig.

 

Montag, 4. Aug., hatte Petrus das dann richtig auf die Segler abgesehen. Mit W 6 -7 blies er, und das Baro ging in den Keller. Wir machten Anker auf und liefen „wie die Feuerwehr“ in den Swendborgsund. Vor Troense gingen wir erst auf Anker, die Plätze an der Brücke waren alle belegt, es lagen ja viele „vor Wind“. Aber auf Anker konnten wir nicht bleiben, unsere Batterien gingen in die Knie, so dass wir uns abends nach Thurö verholten.

In Thurö fühlten wir uns wohl und wetterten hier den 5. Aug. ab. Wir waren auch beschäftigt, erst mal holten wir das Auto von Middelfart und waren dann mobil. Als Segler sieht man immer nur die Küsten, und der Radius am Hafen ist klein. Wir sind über Fünen gefahren und haben festgestellt, dass es eine landschaftlich schöne Insel ist, sehr hügeligch, viel Wald, kleine Seen und schmucke, typisch dänische Dörfer.

Am 6. August haben wir einen Ausflug nach Kopenhagen gemacht, mit dem Auto nach Nyborg und dann weiter mit der Bahn. Die Zeit reichte nicht für Museumsbesuche, aber mal die Stroget rauf und runter, das muntere Treiben von Nyhavn sehn und die Kostbarkeiten bei Royal Copenhagen, all das ist doch Lebensfreude.

 

Donnerstag, 7. Aug, musste die „Windrose“ mal wieder bewegt werden und wenn’s nur eine Seemeile rüber an die Brücke von Troense war. Ich bin mit dem Auto das erste Mal über die Svendborgsund – Brücke gefahren, das war eine ganz andere Perspektive. Dann sind wir an dem Tag über Tasinge gefahren, waren in der Kirche deren Turm uns immer von allen Seiten grüßt. Wir sind über die Brücken nach Langeland gefahren, haben in Spodsberg einem Fischer einen großen Steinbutt abgeluckst für 20 DKR.

Freitag, 8.Aug., regnete es oft, und wir hatten einen böigen WSW 4 – 5. Trotzdem wollte Hermann los, ich glaube, nach ein paar Wochen auf See wollte er auch mal wieder nach Hause und wenn auch nur auf Stippvisite. Jedenfall segelte die „Windrose“nach Faarborg, und ich fuhr mit dem Auto dorthin.

In Faaborg saßen wir wieder fest, es wehte aus SW, wenigstens hatten wir einen guten Liegeplatz und ein Auto „vor der Tür“. Um im Alter nicht unter die Räder zu kommen, müssen wir noch was lernen: Mit Geduld und Zufriedensein im Hafen liegen zu bleiben, abwarten bis Wind und Wetter günstiger werden. Das fällt uns noch schwer, bei uns war das ganze Leben und auch die Segelei immer „Action“ und „Brumm – Brumm“.

Montag, 11.Aug., war’s mit der Geduld vorbei. Hermann legte ab mit Ziel Flensburg. Ich war mit dem Auto mittags wieder zu Hause, Hermann kam nur bis Mommark, der harte SW hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Barometer fiel und fiel, am nächsten Morgen wehte es wieder aus SO 5 – 6. Hermann startete schon um 6.00 Uhr, und nach den ersten mühseligen Meilen gings flink in die Förde, mittags war die „Windrose“ wieder beim FSC fest.

2 Tage zu Hause die langen, jedenfalls Hermann während der Segelsaison, und so ging’s am Freitag 15 Aug., wieder los. Von nun an hatten wir bis Ende Sept. ein buntes, wunderschönes Zigeunerleben. Dän. Südse und immer wieder die Schlei.

In Damp musste Hermann mal ohne Frühstück flüchten. Bei allen östlichen Winden ist der Hafen wenig geschützt, und lt. Hermann braucht man „3 Hände“ zum Kaffeekochen. Oh weh……..

Ich bin mit „Jule“ alle paar Tage hinterher gefahren, wir hatten ein schönes und sehr abwechslungsreiches Leben. Die anderen Segler und Urlauber schimpften über das mäßige Wetter, es war ja seit Anfang August kein Sommerwetter mehr geworden. Wir haben das gar nicht so empfunden, weil wir so viel Autoausflüge gemacht und uns viel Interessantes angeschaut haben. Unsere Welt war in diesem Sommer so groß.

 

2-mal waren wir auch in Kalvö, seit ein paar Jahren mein Lieblingsort in der dän. Südsee. Ich mag Kalvö sehr, die kleine Halbinsel am Ende der Genner Bucht. Für mich ist Kalvö wie ein Stück „kleine, heile Welt“. Ein Naturreservat wild bewachsen mit Mischwald und viel Gestrüpp. Ein gepflegter Spazierweg führt am Wasser entlang rundherum, am Wegesrand wachsen Himbeeren, Brombeeren und Holunder, was im September zum Naschen einlädt Einen richtigen Hafen hat Kalvö nicht, der ansässige Seglerverein hat zwei Brücken, wo es an den Kopfenden Gastliegeplätze gibt. Außer bei östlichen Winden liegt man da sehr ruhig. Wenn man im Cockpit sitzt, kann man über die ganze Genner bucht gucken. Ein kleiner Anleger für Kleinfischer rundet das Idyll ab. Einfach schön!

 

Von Kalvö aus haben wir auch Ausflüge gemacht: Nach Christiansfeld, Hadersleben, Lögumkloster, Ribe, Tondern usw. Christiansfeld liegt südl. von Kolding und ist im 19. Jahrhundert von einem dän. König nach plan gegründet worden. Und zwar holte er sich aus Böhmen die sogen. Herrnhuter, eine christliche Glaubensgemeinschaft, die sehr bescheiden, fast asketisch lebte. Alle waren Handwerker, Tischler, Schmiede, Bäcker usw. So entstand die heutige Brudergemeinde.

Diese Herrnhuter brachten die Honigkuchen nach Dänemark, leider ist nur noch eine Bäckerei übrig geblieben, aber da kaufen wir immer ein paar Päckchen dieser Leckerei. Sehenswert sind in Christiansfeld natürlich die alten Brüder – Gebäude, besonders beeindruckend die fast schmucklose Kirche.

Nach Hadersleben fahren wir fast jedes Jahr und gucken ganz interessiert bei der X – Yacht – Werft vorbei. Ein sehr sauberes Firmengelände, wo sehr organisiert und modern gearbeitet wird.

Unsere brave, kleine „Windrose“ mag es uns verzeihen, dass wir andere Schiffe begucken.

 

Auch im südl. Dänemark, das ja lange Zeit deutsch war, sieht man sehr schöne Backsteinkirchen, z.B. auch hier in Hadersleben, wo die kreative dän. Königing die Priestergewände und Altartücher in fröhlichen Farben entworfen hat. Sehr beeindruckt hat uns der Kloster – Komplex von Lögumkloster gegründet von Zisterzienser Mönchen. Schöne alte Gewölbe, stilvoll renoviert und gepflegt. Ein großzügig ausgelegter Kirchenraum, der sich für Konzerte geradezu anbietet und dafür auch viel genutzt wird.

Nicht weit von Lögumkloster liegt Bredebro mit der weltbekannten Schuhfabrik ECCO. Wo wir schon in der Nähe waren, haben wir dort auch eingekauft. Nicht billiger, aber eine große Auswahl.

 

Ist man schon mal an der Westküste, dann ist der Dom in Ribe ein Muß. Das Jahrhunderte alte Gebäude ist oft renoviert worden, und man kann fast sagen „mit der Zeit“. Heute hat der Dom auffallend bunte Kirchenfenster und Mosaikarbeiten um den Altar.

Auf dem Weg nach Ribe haben wir einen Abstecher zur kleinen Insel Mandö gemacht, den Namen haben wir vorher noch nie gehört. Die Insel ist nur bei Niedrigwasser oder 1 – 2 Std. vorher und nachher zu erreichen. Dann kann man sogar mit dem PKW rüberfahren oder mit einem Bollerwagen und Traktor davor. Als wir da waren, lief das Wasser auf, so dass wir nicht nach Mandö rüberfuhren.

Ein anderer Ausflug führte uns nach Tondern, Mögeltondern und Höyer. In Tondern reizte uns das Wegener Museum im ehemaligen Wasserturm. Einmal auf dem „runden Stuhl“ sitzen, der es zu Weltruhm brachte, weil Kennedy im Weißen Haus drauf gesessen hat. Tondern hat eine prachtvoll ausgestatte Kirche, die noch übertroffen wird von der Dorfkirche in Mögeltondern.

Nach Tondern führte Hermann noch etwas ganz anderes. Hier war er 1945 als Siebzehnjähriger im Lazarett, iin den Gebäuden des Lehrerseminars war es damals dafür hergerichtet worden. Die Gebäude stehn mit unwesentlichen Veränderungen noch genauso wie damals, werden nur anders genutzt. Hermann’s Blicke zu den Fenstern der Aula ließen manche seiner Gedankengänge ahnen…..

Gepflegt wurde Hermann damals im Lazarett von einer ebenso jungen Dänin namens Ina Clausen. Von einem früheren Telefonat mit der Mutter wusste Hermann, dass Ina schon 1972 viel zu früh verstorben war. Wir besuchten Ina’s Grab in Höyer. Ja, was wäre gewesen, wenn nicht Krieg gewesen wäre? Vielleicht hätte es eine deutsche – dänische Liebe gegeben, das Schicksal wollte es anders. Hermann nahm in den Tagen darauf Kontakt mit Ina’s Kindern auf. Anfang Oktober kam es sogar zu einem interessanten Treffen in Tondern.

Ende September waren wir von Kappeln aus 3-mal in der Geltinger Birk. Wir hatten schönes, sonniges Herbstwetter und hatten Freude an dem bunt gefärbten Laub, an den Wildgänsen, die im Moor Rast machten und sich voll futterten für die lange Reise in’s Winterquartier.

So hatten wir von Mitte August bis Ende September ein buntes Leben. Hermann hatte immer wieder sportliche Segeltörns und war zufrieden, wenn die „Ferienkinder“ kamen und sich der Horizont erweiterte mit Landausflügen.

Am Ende dieses Segelsommers stehen 1939 sm zu Buche, so viele wie seit Jahren nicht mehr, 99 Segeltage, da hätte es ruhig noch einer mehr sein können, dann wären die 100 voll gewesen. Mit wenigen Tagen Ausnahme hat Hermann von Mitte Mai bis Ende September auf der „Windrose“ gelebt. Ein herrliches Sommer – Zuhause!!!! Am 28. September war auf der Förde bei West 4 – 5 + Sonne Absegeln, und dann war der Segelsommer auch wirklich vorbei.

 

 

 

Unter’m Strich können wir nur sagen, das gebrochene Ripperl hatte letztendlich viel für sich. Wir haben unser Schicksal angenommen und sehr viel für sich. Wir haben unser Schicksal angenommen und sehr viel aus der Saison 2008 gemacht. Möge es der Herrgott geben, dass es uns im nächsten Jahr ähnlich gut geht.

Irmgard Quay

21. Nov. 2008

Wintereinbruch: Der erste Nachtfrost in SH minus 4°

 

                                 
Absegeln: 245 Jahre sitzen hier am Tisch !                                                          Die Yacht der DK - Königin