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Sommerreise 2009

 

 

„Windrose’s“ Segelsommer 2009

 

Weil es so schön ist, fangen wir von hinten an: Zum Schluss stehn im Logbuch mehr als 100 Segeltage und mehr als 2000 Seemeilen.

Das ist für den 82 j. Kapitän sehr, sehr beachtlich, so ganz viel mehr war’s auch nicht in unserer Sturm- und Drangzeit.

Im März roch es toll nach Frühling, und so kam die „Windrose“ früher als geplant schon am 30. März zu Wasser.

Morgens um 8.00 Uhr, ruckzuck. Der Grundproviant war auch schon im März besorgt worden, so daß 3 Nachmittage Arbeit reichten, um wieder ein „picobello“ Schiff zu haben.

 

Am 5. / 7. April und 8. April hat Hermann schon „Probesegeln“ gemacht: Hafenspitze und zurück, Minde und zurück.

Am 9. April war schon ein bißchen größerer Ausflug dran. Mit Freund Dirk ist Hermann nach Kappeln – Grauhöft gesegelt, abends sind die beiden mit dem Bus nach Hause gekommen.

Am nächsten Tag (Karfreitag) ist Hermann mit dem Bus wieder nach Kappeln gefahren und hat die „Windrose“ nach Hause geholt.. Ist das nicht ein munterer Kapitän??

Seit Anfang April haben wir schönstes Frühlingswetter. Forsythien, Tulpen und Narzissen blühn zum Osterfest. Und auf unserem Balkon blühn die Kamelien in all ihrer Pracht.

Hermann nutzt das Wetter. Am 15. April geht die „Windrose“ schon auf Tour in die Schlei. Kaum ein Boot ist „auf der Piste“, aber der bald 82 j. Hermann. Die allermeisten Boote sind ja noch gar nicht zu Wasser, und die wenigen anderen, denen ist es trotz Sonne von oben noch zu kalt. Ich hab Hermann mit Spargel in Missunde besucht, so lässt sich’s leben.

Am 21. u. 22. April ist Hermann schon mal in Damp, er badet doch so gern, und noch lieber lässt er sich massieren, von Frau Fricke.. Man muß was tun, um fit zu bleiben.

 

Von nun an ist Hermann mit wenigen Tagen Ausnahme die ganze Saison an Bord, sein Sommerzuhause. Es kommt auch mal vor, daß was nicht ganz nach seiner Mütze läuft.

Z.B. wollte er bei Ost 6 nach Sonderburg, da war auf der Außenförde allerdings ein solches Kopfsteinpflaster, daß es wieder ab nach Glücksburg ging. Oder wenn er mit östl. Wind in Damp überrascht wird. Dann heißt’s auch Flucht ergreifen, weil sonst morgens beim Kaffeekochen zwei Hände zu wenig sind. So eine Schaukelei….

Das 1. Mai -Wochende verbringen wir zusammen auf der Schlei bei leichtem Ostwind und wunderschönem Wetter. Begünstigt durch den ungewöhnlichem warmen April können wir zum 1. mai alle singen: „Komm lieber Mai und mache, die Bäume sind schon grün.“ Die bäume sind grün, der Raps blüht. Welche eine Pracht!

Den ganzen Wonnemonat Mai segelt Hermann Pendelverkehr mal zur Schlei, mal Sonderburg / Alsen, / Dyvig. An den Wochenenden komm ich mit dem Auto, und wir machen interessante Landausflüge. Jule „muß“ mit, meist guckt sie uns an nach dem Motto „Segeln ist doof!“

 

Pfingsten sind wir im Alsen, und in Dyvig holt Hermann einen Pfingstbusch. Das war früher Tradition, heute sieht man kaum noch Schiffe damit. Eigentlich schade, war es doch ein Zeichen wie sehr man sich über das Frühjahr freute.

Am Mittwoch, 10 Juni, starten wir bei leichtem westlichen Wind, dazu regnerisch, unsere Sommerreise. Abends waren wir nach 54 sm im neuen Stadthafen von Middelfart fest. Aber dann oh Schreck, Donnerstag und Freitag blieben wir bei West – NW 6 – 7 in Middelfart hängen. So am Anfang der Reise machen Hafentage wirklich keinen Spaß. Und das bei € 25 (steht gleich bei der Hafeneinfahrt groß dran) Hafengeld, teuerer als das wirklich exklusive Hohe Düne in Warnemünde.

 

Samstagmittag, 13 Juni, wurde der Wind zahmer, und mit W 5 waren wir schnell in Juelsminde.

Sonntag hatten wir eine „Sonntagstour“ nach Thunö, W 4 -5, sonnig, welche Seglerwünsche bleiben da noch offen? Und wenn dann abends auch noch frische Asparagus – Kartoffeln in der Pfanne schmoren, dann ist das Glück so gut wie vollkommen. Montagmorgen machten wir noch einen schönen Inselsparziergang, nutzten dann aber nachmittags noch den frischen Westwind, um nach Grenaa zu segeln, nach 33 sm waren wir dort um 19,30 Uhr fest.

 

Grenaa hat zwar das Kattegat – Center, man kann sich einen Haifisch aus der Nähe begucken, und man kann an der Ecke von Fornaes erfolgreich Fossilien, z.B. versteinerte Seeigel, sammeln. Aber Grenaa war für uns nie ein Hafen zum Verweilen. So auch dies Mal nicht. Für die nächsten Tage war „ungemütliches“ Wetter vorhergesagt, viel Wind teils östlich und regnerisch. Wenn man auf die Wetterberichte achtet, muß man keine bösen Überraschungen mehr erleben wie wir es in unseren Anfangsjahren der Tourensegelei doch häufig hatten. Die Wetterfrösche sagen heute zumindest für 3 Tage ziemlich genau voraus.

Also legten wir Dienstag, 16. Juni um 8,30 Uhr, wieder ab Richtung Anholt. Es wehte leicht W 3-4, aber im Logbuch steht „schuppig“, es muß also ungemütlich gewesen sein. Bei den gerade mal 24 sm machte das nicht viel, und um 13,30 Uhr waren wir in Anholt fest. Längsseits am Steg. Wie in schon in Tunö waren auch hier noch nicht viel Segler.

Auf Anholt war erst mal Pause, erstens weil wir es auch so wollten, zweitens wäre es für die nächsten Tage auch kein Reisewetter gewesen. 7 Windstärken aus SW, das Wasser peitschte über die Mole, am Strand sah die Brandung gewaltig aus.

„Langusten-Festival“ Hummerhoalen, das ist immer „ein Muß“ auf Anholt. Für 100,- DK gibt’s eine große Plastiktüte voll vom Fischer. Die Menge reicht für 2 Tage. In der Bordküche frisch gekocht und auf den Tisch, lecker, lecker…. Da kann so schnell kein Restaurant mithalten.

Auf Anholt haben wir uns einen Buggy gemietet, so eine kleine Elektro-Karre, wo sie auch auf dem Golfplatz mit hin – und herfahren. Da haben wir die schöne Insel im Kattegat so richtig mit erobert. Statt uns abzustrampeln haben wir uns einfach nur an der abwechslungsreichen Natur erfreut. Gestaunt haben wir wie viele Ferienhäuser es auf Anholt gibt.

 

 

Der junge Mann im kleinen Kaufmannsladen am Hafen war sehr gesprächig. Es war ja noch so gar nichts los, und er hatte Langeweile. Wir beschwerten uns bei ihm über’s Wetter, wir waren nun 10 Tage von zu Hause weg und hatten mehr Starkwind gehabt als Sommerwind. Seine Antwort: „Nächste Woche kommt lille Sommer, 23 Grad, aber Du musst aufpassen, ich glaub, Freitag ist er wieder weg“. Er sollte Recht behalten, und der lille Sommer blieb nicht viel länger.

Sonntag, 21 Juni, 7,00 Uhr verließen wir das „Bahama des Nordens“, der Sommertraum aller Segelkinder. Nach Tagen Starkwind hatten wir auf der Reise nach Gilleleje nur schwach umlaufend. Petrus fand nicht das richtige Maß. Gilleleje liegt landschaftlich hübsch am Eingang vom Sund. Hier gibt es tatsächlich noch einen sehr aktiven Fischereihafen, was auch in Dänemak schon selten geworden ist. Ein Teil Fisch wird gleich am Hafen an viele Ausflüglern vermarktet. Die Küste Nordseelands ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Kopenhagener. Wir „halfen“ bei der Fischvermarktung und kauften für 380.- DK Graved Lachs. Den hatten wir uns teils einschweißen lassen, gute Mahlzeiten ließen uns noch etliche Tage an das gemütliche Gilleleje denken.

Nach dem Großeinkauf legten wir um 11 Uhr dieses Montags, 22,6., Richtung Rungsted ab Es war so gar kein Wind, und der Motor lief. Ich machte unterwegs das Mittagsessen, und Hermann spielte den „Fische Mörder“. D.h. er hatte sich das Angelgeschirr rausgesucht. Zu Zeiten von Katze Moritz hätte er einen glühenden Verehrer gehabt. Im Sund hat Hermann mal einen Hornhecht gefangen. Danach brauchte Moritz nur die Angel sehn, und er „glaubte“ an seinen Kapitän.

Rungsted, das ist für mich ein bißchen nach Hause kommen. Hier war ich ein paar Mal stationär, während Hermann seine Norwegen-Reisen gemacht hat. Einmal sogar 10 Tage, das hab ich dann „mein Kopenhagen – Festival“ genannt. Bei schönem Wetter hat die Flanier- meile in Rungsted was Italienisches, die Restaurants mit vielen Draußen – Plätzen, die Eisbuden und die vielen schwatzenden Gucker.

23. Juni 09 – Sct. Hans in Kopenhagen. Es war prächtiges, sehr warmes Mittsommer-Wetter,

und die Menschen strömten zu Hauf in’s Tivoli. Wir hatten uns dort mit Dirk und Inge verabredet, gute Seglerfreunde aus Flensburg. Es gab viel zu erzählen, und wir erfreuten uns an dem immer wieder schönen Tivolipark mit den gepflegten, übervollen Blumenbeeten. Auf dem Teich schwamm schon die Mittsommer – Hexe auf einem Floß, die abends verbrannt werden sollte. Oh, oh, nun haben wir also schon wieder den Gipfel der Helligkeit erreicht…. Das Licht, diese lange Sommerhelligkeit ist doch das Faszinierendste am Norden. Den schönen, warmen Sommerabend verbrachten wir draußen in Rungsted und den darauffolgenden genauso.

Aus meinem Kopenhagen – Festival wurde dies Mal nichts. Es war viel zu warm, um in der großen Stadt was zu unternehmen. Der Wetterbericht sprach auch nicht mehr von „lille Sommer“, sondern von einer stabilen Hochdrucklage. Wir änderten unsere Reiseroute. Geplant war Rügen und dt. Ostseeküste, aber Sommer im Kattegat ist doch viel, viel schöner!

Am Donnerstag, 25.6.09, machten wir mit unseren Freunden vom „Slöpendriewer“ nur eine kleine Seereise. Nach gerade mal 5 sm waren wir auf der schwedischen Insel Ven. Gut, daß wir auch auf Schweden eingerichtet waren, schwed. Kronen dabei und Katze Jule Pass up to date. Ven ist eine hübsche Insel gegenüber Landskrona mit einem erwähnenswert netten Hafenmeister. Oben auf der Steilküste thronen Kirche und Friedhof. An den Holzhäusern blühten üppig die Rosen. Es war so richtig Sommer!

Freitag, 26. Juni: Es ging wieder Richtung Norden. Der Wind kam aus NO 4-5 und nahm später leicht zu. Die „Slöpendriewers“ setzten ihre Reise fort und waren abends in Varberg, das erfuhren wir über SMS. Unsere Reise war kürzer, gute 20 sm, bei dem Paradewind segelten wir nach Mölle unter’m „Kullaberg“. Nach 33 Jahren haben wir Mölle mal wieder angelaufen. 1976 waren wir mit dem Hanseaten hier. Dies Mal passte alles. Auf dem Törn dorthin hatten wir 2 sm mitlaufenden Strom, so daß wir oft 8 sm Fahrt machten. Es rauschte nur so, eine traumhafte Segelei. Der frische NO, aber ablandig, wir konnten den kleinen Hafen unter’m „Kullaberg“ (so nennen die Schweden den Kullen) problemlos anlaufen und fanden, da wir schon um 12 Uhr da waren, auch noch einen feinen Boxenplatz.

Bei auflandigem Nordwest gibt es in Mölle „Kleinholz“. Die Festlieger sind nicht nur „normal“ vertäut, sondern zusätzlich am starken Moorings. Unser einheimischer Nachbar sagte, das Liegen hier wäre ein Problem. Das Hafengeld allerdings auch, finden wir. 200.- SEK, das sind immerhin € 20.-.

Mölle ist eben ein beliebter Ferienort der Schweden, viele hübsche Häuser bis zum Grandhotel, alles weiß.

Von der Terrasse des Grand Hotel hat man einen grandiosen Blick über Sund und Kattegat und natürlich auf das mächtige Felsengebilde des Kullen. Am Hafen gab es herrlichen geräucherten Laacks in Striemen. Wir haben den Tag unter’m Kullaberg sehr genossen.

Hätten wir geahnt, was uns die nächsten Tage erwartete, wären wir sicher noch ein bißchen im hübschen Mölle geblieben. Nun hieß es erst mal motoren, motoren, der Wind schien Ferien zu machen.

Samstag, 27. Juni(heute war Siebenschläfer, und es regnete nicht), legten wir um 9,30 Uhr in Mölle ab und waren um 17,30 Uhr in Odden Havn fest. Halb gesegelt, halb motort und vor allem warm, buuuh….

Sonntag, 28. Juni, legten wir um 9,00 Uhr ab, um den Sprung zurück in die Inselwelt zu machen, und um 15.00 Uhr waren wir in Langör fest. Wir waren also wieder an der dänischen Kartoffelküste. Hermann war gleich mit dem Rad unterwegs, „kartoffler“ anzulanden.

29. Juni, von nun an machten wir „die Politik der kleinen Schritte“ Es ist Hochsommer, sehr warm, sonnig von morgens bis abends, und für die ganze Woche wird für alle Vorhersagegebiete schwacher O – NO angesagt. Aber es geht uns gut, auf Samsö kaufen wir uns an den Gartenpforten Erdbeeren, kleine Möhren, Schnittlauch und immer wieder gerade ausgegrabene Kartoffeln. Besser geht’s nicht. Wir machten die nächsten Tage Pendelverkehr Samsö / Knebelvik / Nappedam / Kongegarden in der Begtrupvik usw. Abends lagen wir auf Anker oder an einer kleinen Brücke.

 

Nach ein paar Tagen „Walachei“ wie ich dazu sag hab ich Heißhunger auf Stadt, und so gingen wir am Freitag, 3. Juli, nach Marselisborg. Es war ein wunderschöner Sommerabend, ein Marselisborg-Abend. Die Restaurants waren mehr als gut besucht, und am Eisladen stand eine lange Schlange. So was von Hafenatmosphäre macht Spaß, es ist Sommerfreude pur.

Samstagmorgen machte ich in Arhus meinen Stadt- und Einkaufsbummel und war wieder rundum zufrieden. Nachmittags um 15.00 Uhr legten wir ab Richtung Samsö. SO 4-5 auf SW drehend, gewittrig, sonnig und sehr warm. Um 19.00 Uhr gingen wir in Langör auf Anker. Ein schöner, bunter Tag ging zu Ende.

Sonntag, 5. Juli, machten wir 42 sm Richtung Heimat. Um 7,45 gingen wir Anker auf, und um 15,45 Uhr waren wir in Nyborg fest. Es war fast den ganzen Tag bedeckt, diesig, aber trocken. Keine Sonne, was für eine Erleichterung für mich! Ich hatte das Gefühl, 10 Tage auf Sparflamme gelebt zu haben. Jeden Tag Sonne – da werde ich eine richtige „Zuwiderwurzn“, so würden die Bayern das sagen.

Montag war „spannend“. Bei schwachen SW legten wir in Nyborg ab. Wir trödelten so dahin, bis vor Lundeborg ein dicker Schauer kam und der Wind auf S 5 drehte. Nun ging es Schlag auf Schlag zum Svendborg-Sund. Um 15.30 waren wir endlich in Thurö vor Anker.

Dienstag, 7. Juli, hatten wir eine sehr erfolgreiche Reise. Um 8.00 Uhr ging’s Anker auf, SW 4, es lief prima und auch bequem dazu. So gut, daß wir uns in Höhe von Lyö entschieden, weiter nach Dyvig zu segeln. Aber wie so oft hatte Petrus seine eigenen Vorstellungen. Es wurde gewitterig, der SW nahm zu auf 5-6, dazu Schauerböen, es wurde sportlich. Nach Dyvig kreuzen von Alsen Nord aus hatten wir allerdings keine Lust mehr. Wir segelten in die Genner Bucht und waren um 17.00 Uhr in Kalvö fest. So hatten wir noch einen schönen Abend mit Spaziergang um die kleine Halbinsel.

Mittwoch, 8. Juli, ging’s nach Hause. Wir hatten S – SW 4-5, der in Höhe vor Langballig leider abnahm, dafür aber immer wieder dicke Schauer. Um 16.30 waren wir in Glücksburg fest, alles in allem zufrieden mit unserer Reise. Wir stürmten nicht sofort nach Hause, wir hatten noch einen gemütlichen Abend an Bord, wir ließen die Ferien langsam ausklingen.

3 Tage zu Hause, saubere Wäsche und frischen Proviant an Bord, Sonntagnachmittag, 12. Juli, legte Hermann trotz SO 5-6 und Dünung auf der Außenförde wieder ab, abends 19.45 lag die „Windrose“ in Dyvig auf Anker. Winde wehen, Winde drehen, Schiffe gehen- am nächsten Tag kam der Wind aus W – SW 3-5, und ganz gemütlich war Hermann nach 26 sm in Middelfahrt. Der Wind lässt das Seglerleben nie langweilig werden.

Hermann stand auf „auf Treiben“, in dieser Woche war in Arhus Jazz-Festival. So legte die „Windrose“ um 9.15 Uhr ab, machte in der Bucht von Julsminde Mittagspause und war mit leichtem W und ein bißchen Motor-Nachhilfe abends im übervollen Tunö, es war Ferienzeit.

Mittwoch, 15. Juli, hielt Hermann sich noch bis zum Nachmittag auf Tunö auf. Kaum Wind, gewittrig, 2 Std. Spaziergang über die Insel, und in einem vollen Hafen gibt’s viel zu gucken. Um 16.00 Uhr legte die „Windrose“ ab, und es dauerte nicht lange, daß sie von einem fixen Gewitter erwischt wurde. Wind, viel Regen, keine Sicht, das musste erst mal abgewettert werden. Kurz nach 19.00 Uhr legte Hermann in Marselisburg an.

Donnerstag, 16. Juli, war also Jazz – Festival angesagt. In einer Reithalle war fix was los. Ein paar Stunden Jazz langte allerdings auch, und um 16 Uhr wurde noch abgelegt. Mit SW 4 – 5 gings schnell in die Knebelvik, wo die „Windrose“ um 18,30 Uhr fest machte.

Freitag, 17. Juli, war es schwachwindig, und mit 4,8 sm unter Motor gab es nur ein Verholmanöver nach Nappedam am äußerten Ende der Bucht.

Samstag, 18. Juli – Schauerwetter und „nichts beschickt“. Hermann schreibt in seinem

provisorischen Logbuch: „Nennen wir es Brotzeit – Tour, Leberpastete usw. Er hatte ja in Arhus gut und lecker eingekauft“. Aber er schreibt auch: „Nach nur 4,4 sm unter Motor verhagelt und klatschnass in der Knebelvik am Ball fest.“ Man kann auf verschiedene Arten abends müde sein….

 

Sonntag, 19 Juli war dann endlich wieder ein seglerisches Erfolgserlebnis. Mit flottem SW 5 war die „Windrose“ von 8.00 – 13.30 unterwegs und in Langör außen an der Brücke fest.

Montag, 20 Juli kann Hermann noch mit SW 4 – 5 nach Ballen, gerade fest frischte der Wind auf, 6 -7. Und W 6 – 7 waren’s auch am nächsten Tag, die Hermann für eine schnelle Reise nach Lundeborg nutzte. Um 7.00 in Ballen abgelegt, in Lundeborg nach 43,1 sm um 14 Uhr fest.

Der Wind ist ein Wendehals. Mittwoch 22. Juli kam er aus SO mit flauen 3 Windstärken. So brauchte „Windrose“ 4 Std. nach Svendborg. Hier wurde eingekauft und dann Vindeby gegenüber verholt. In Svendborg werden sie verrückt mit Hafengeld usw.

Hermann ist ein Reisender unter segeln, möglichst muß jeden Tag was los sein, Abwechslung hält jung.

Donnerstag, 23. Juli, half ihm der Wind zu einer langen Reise. Um 9 Uhr in Vindeby abgelegt, bis Skjoldnaes SW 4, da drehte der Wind wie bestellt auf W 4-5, und ab ging’s Richtung Damp. Um 18.00 Uhr war die „Windrose“ nach 41,1 sm fest, und Hermann war nach Baden und Massage runderneuert.

Freitag, 24.juli, verholte Hermann sich bei SW 4 und rundum Gewitter nach Kappeln, wo ich am Nachmittag hinkam, um Samstag und Sonntag gemeinsam zu verbringen.

Montag, 27.Juli fuhr ich nur für einen Tag nach Hause, alles für den 82. Geburtstag einkaufen. Hermann ging in 2 Etappen von Kappeln und nach Dyvig und von Dyvig nach Kalvö.

Mittwoch, 29. Juli. „28“, Hermann hatte sich ein Schild gemalt, so hörte sich das Alter gut an, und genau diesen Optimismus hat mein Käptn. „Gesundheit und ein langes Leben“ wünsche ich Dir. Hunderte von Schwalben begrüßten Hermann morgens mit ihrem Gezwitzer. Überall saßen die kleinen, hübschen Frackträger, auf den Leinen und auf der Seereling. Ein Tisch voller Geschenke, Kartengratulationen und noch mehr Telefon und E-Mails machten Hermann einen fröhlichen Tag. Mittags Besuch von Rolf und nachmittags von Kai und Heike. Welch bunter Tag!

Donnerstag, 30. Juli, war noch ein Tag Erholung in Kalvö, aber der dän. Wetterbericht schrieb auch „Kuling“, also viel Wind. So ging es erst am Freitag, 31. Juli, wieder an die Arbeit. Ich fuhr nach Hause, und Hermann legte um 9,45 Uhr in Kalvö ab. SW 5-6 brachten die „Windrose“ schnell nach Aerö, fest um 15,20 in Söby.

Samstag, 1. Aug., ging’s in’s Museums-Städtchen Aerösköbing, wo Hermann von einer Marienkäferplage wieder erwischt wurde, wie schon in Söby, und ging lieber auf Anker.

Vom 2. August an gab es Inselleben, dänische Südsee wie man so schön sagt, Drejö, Rudköbing, Thurö, Avernakö, um am Mittwoch, 5. Aug. mal wieder in Glücksburg festzumachen. Wäsche usw.

Montag, 10. Aug., fuhr Hermann voraus, unsere nächste gemeinsame Reise stand bevor. Es war schwachwindig, und der Motor musste helfen, um nach 23,4 sm vor Avernakö auf Anker zu gehen. Dienstag und Mittwoch wurden auf Drejö verbracht mit den Fahrdorfern. Kai und Heike hatten mit den Kindern Ferien.

 

Am Donnerstag, 13. Aug. erwartet Hermann mich in Aerösköbing. Es war schon lange sein Wunsch, Aerö mal mit dem Auto zu erkunden. Ich war von Mommark mit einer alten klapperigen Fähre nach Söby gekommen. Freitag und Samstag fuhren wir über die Insel, alles ganz andere Perspektiven und ein viel größerer Radius als immer nur die Häfen. Bei Skjoldnaes am Golfplatz stehen war toll und da die Aerö-Insel so schmal ist, sieht man von der Straße aus immer irgendwo Wasser. Tolle, beeindruckende Ausblicke! Es hat sich jeden- falls gelohnt, das Auto mal hinzuholen.

Sonntag, 16. Aug.., ließen wir das Auto in Aerösköbing am Jachthafen stehn, und unsere Reise ging mit der „Windrose“ weiter. Bei schönem WSW 5-6 und Sonne waren wir mittags in Lundeborg und gingen am nächsten Tag mit demselben Wind nach Nyborg. Bei „Guldbageren Gerds“ mussten doch Karamellkringel geholt werden. Bei boeigen WNW 5-6 Sonne ging’s Dienstag, 18. Aug. wieder südwärts. Den Svendborgsund haben wir beiden Alten wacker aufgekreuzt, während fast alle anderen reinmotorten. In Troense fanden wir einen Platz, was nicht immer leicht ist, die Plätze sind begehrt. In Troense ist noch ein Hafenmeister der alter Schule, weißes Hemd, weiße Mütze, sehr höflich. Eine sehr gepflegte Anlage, alles für nur DKK 100.- Hafengeld.

Mittwoch holten wir unser Auto von Aerösköbing, mit dem Bus nach Svendborg, dann mit der Fähre hin und mit der gleichen Fähre mit dem Auto zurück. 10 Minuten Aufenthalt, das war fliegender Wechsel, am nächsten Tag war ich heiser vom schnellen Laufen. Abends machten wir noch eine Rundfahrt über Tasinge, von Brekninge Kirche hat man einen schönen Ausblick über die Inselwelt von Südfünen. Es war ein wunder schöner Sommerabend.

Donnerstag, 20. August, segelten wir mit SO 5, böig, sonnig und sehr warm nach Lyö, wo wir wieder Kai mit Familie trafen. Wir gingen zusammen Mirabellen pflücken. Am nächsten Tag ging’s nach Faldsled, wo der Hafen nun so vergrößert ist, daß man immer einen Platz findet. Bei leichtem West ging’s am Samstag nach Avernakö, und das hat uns super gut gefallen. Es war Sommer wie er schöner nicht sein kann, am Strand direkt am Hafen wuchsen wilde Rosen und Sanddorn, schön wie sonst nur auf den Kattegat-Inseln. Wir blieben auch noch am Sonntag, wir radelten die ganze Insel ab, ein Tag zum Freuen.

Montag, 24. Aug., war wieder Alltag, Hermann segelte bei SO 4-5 zunehmend nach Dyvig und war schon um 13 Uhr fest. Ich legte zur gleichen Zeit ab, kam aber erst um 16 Uhr endlich in Dyvig an: Fähre Avernakö / Faaborg, mit dem Auto nach Boyden, Fähre Boyden / Fynshav und dann mit dem Auto nach Dyvig. Das war eine Reise, o weh!

Dienstag und Mittwoch ging’s über Sonderburg nach Glücksburg. In Sonderburg besuchten uns noch die Fink’s, alte Vereinskameraden vom AYCR. Hermann hat fleißig „Weißt Du noch? gespielt.

Dieses Mal reichte ein Tag Heimaturlaub, und Hermann ging Freitag, 28.Aug., trotz SW 5-6 und dicken Regenschauern wieder auf Reise. Um 15 Uhr erst abgelegt, das war ein bißchen spät, da es doch Ende August schon früh dunkel wird. Um 21,45 war die „Windrose“ endlich in Kappeln fest.

Samstag und Sonntag war mal wieder Baden und Massage in Damp dran, und ich kam mit dem Auto dorthin, um Proviant und saubere Wäsche zu bringen.

Montag, 31. Aug., legte die Windrose wieder Richtung dän. Südsee ab. Mit SW 4-5 war Hermann schnell in Marstal. Von Marstal ging’s nach Söby und bei S-SW 5-6 nach Dyvig das war eine sportliche Reise.

Für’s Wochenende war schlechtes Wetter angesagt, und so kam die „Windsrose“ Donnerstag, 3.9.09, mit SO 5 wieder gut beim FSC an. Freitag und Samstag zog der erste Herbststurm über’s Land, SW 6-9, da waren wir zu Hause.

Montag, 7. Sept., fing die SCHLEI-Woche für Hermann an. Kappeln- Fahrdorf- Goltoft- und wieder Kappeln, Zusammen waren wir am Wochende 11./ 12. Sept. in Stauertwedt, mehr ein Anleger als ein Hafen. Hermann schenkte dem Hafenmeister einen FSC Stander, und der freute sich mächtig. Wir hatten wunderschönes Spätsommerwetter und saßen bis zum Dunkel werden im Cockpit.

Die kommende Woche war Ostwind und das reichlich, da ist man so ein bißchen in der Schlei gefangen. Hermann blieb beim ASC, und ich war schnell wieder da, das Wetter war zu schön, um zu Hause zu sein. Mittwoch, 16. Sept., fuhren wir nach Schleswig, guckten uns im Schloß Gottdorf eine Ausstellung an, „K 20“, Bilder der klassischen Moderne. Den Dom in Schleswig zu besuchen und Kerzen an zu zünden war eine Selbstverständlichkeit. Wir müssen immer wieder Dankeschön sagen, daß wir es so gut haben dürfen. Frischer Pflaumenkuchen von Maria beim ASC rundete diesen schönen Tag ab.

Auch in der 2.ten Septemberhälfte haben wir strahlendes Spätsommer- oder Frühherbstwetter, so schön, daß man nicht glauben mag, daß auch diese Segelsaison zu Ende gehen wird. Vor allem ist es ungewöhnlich trocken. In Schwansen, also südlich der Schlei, ist der Grundwasserspiegel 1,5 niedriger als normal. Für uns Segler ist dieser Altweibersommer ein Geschenk des Himmels. Alles ist schön, Maria beim ASC in Kappeln backt Pflaumenkuchen, alles ist fröhlich.

 

 

Am 27. Sept., Sonntags, ist Absegeln auf der Flensburger – Förde. Was wir noch nicht an diesem Tag wissen, daß dieses offizielle Absegeln auch unser Absegeln für diese Saison ist. Auf einmal ist nämlich Schluß. Am Mittwochmorgen, 30.09, ruft Hermann mich um 11.00 Uhr an: „Morgen kommt Windrose aus dem Wasser. Stryi hat Zeit“

Oh, oh, da musste nachmittags noch einiges gemacht werden.

 

 

 

 

Bei stolzen 2.319,4 sm und 112 Tagen auf See blieb am 1.Okt. das diesjährige Log stehn. Eine wunderschöne Segelsaison ist zu Ende gegangen, und über Winter werden wir fleißig beten, daß die nächste Saison genauso wird.

Irmgard Quay.

14.11.09