Weil es so schön ist, fangen wir von
hinten an: Zum Schluss stehn im Logbuch
mehr als 100 Segeltage und mehr als 2000
Seemeilen.
Das ist für den 82 j. Kapitän sehr,
sehr beachtlich, so ganz viel mehr war’s
auch nicht in unserer Sturm- und
Drangzeit.
Im März roch es toll nach Frühling,
und so kam die „Windrose“ früher als
geplant schon am 30. März zu Wasser.
Morgens um 8.00 Uhr, ruckzuck. Der
Grundproviant war auch schon im März
besorgt worden, so daß 3 Nachmittage
Arbeit reichten, um wieder ein
„picobello“ Schiff zu haben.
Am 5. / 7. April und 8. April hat
Hermann schon „Probesegeln“ gemacht:
Hafenspitze und zurück, Minde und
zurück.
Am 9. April war schon ein bißchen
größerer Ausflug dran. Mit Freund Dirk
ist Hermann nach Kappeln – Grauhöft
gesegelt, abends sind die beiden mit dem
Bus nach Hause gekommen.
Am nächsten Tag (Karfreitag) ist
Hermann mit dem Bus wieder nach Kappeln
gefahren und hat die „Windrose“ nach
Hause geholt.. Ist das nicht ein
munterer Kapitän??
Seit Anfang April haben wir schönstes
Frühlingswetter. Forsythien, Tulpen und
Narzissen blühn zum Osterfest. Und auf
unserem Balkon blühn die Kamelien in all
ihrer Pracht.
Hermann nutzt das Wetter. Am 15.
April geht die „Windrose“ schon auf Tour
in die Schlei. Kaum ein Boot ist „auf
der Piste“, aber der bald 82 j. Hermann.
Die allermeisten Boote sind ja noch gar
nicht zu Wasser, und die wenigen
anderen, denen ist es trotz Sonne von
oben noch zu kalt. Ich hab Hermann mit
Spargel in Missunde besucht, so lässt
sich’s leben.
Am 21. u. 22. April ist Hermann schon
mal in Damp, er badet doch so gern, und
noch lieber lässt er sich massieren, von
Frau Fricke.. Man muß was tun, um fit zu
bleiben.
Von nun an ist Hermann mit wenigen
Tagen Ausnahme die ganze Saison an Bord,
sein Sommerzuhause. Es kommt auch mal
vor, daß was nicht ganz nach seiner
Mütze läuft.
Z.B. wollte er bei Ost 6 nach
Sonderburg, da war auf der Außenförde
allerdings ein solches
Kopfsteinpflaster, daß es wieder ab nach
Glücksburg ging. Oder wenn er mit östl.
Wind in Damp überrascht wird. Dann
heißt’s auch Flucht ergreifen, weil
sonst morgens beim Kaffeekochen zwei
Hände zu wenig sind. So eine Schaukelei….
Das 1. Mai -Wochende verbringen wir
zusammen auf der Schlei bei leichtem
Ostwind und wunderschönem Wetter.
Begünstigt durch den ungewöhnlichem
warmen April können wir zum 1. mai alle
singen: „Komm lieber Mai und mache, die
Bäume sind schon grün.“ Die bäume
sind grün, der Raps blüht. Welche eine
Pracht!
Den ganzen Wonnemonat Mai segelt
Hermann Pendelverkehr mal zur Schlei,
mal Sonderburg / Alsen, / Dyvig. An den
Wochenenden komm ich mit dem Auto, und
wir machen interessante Landausflüge.
Jule „muß“ mit, meist guckt sie uns an
nach dem Motto „Segeln ist doof!“
Pfingsten sind wir im Alsen, und in
Dyvig holt Hermann einen Pfingstbusch.
Das war früher Tradition, heute sieht
man kaum noch Schiffe damit. Eigentlich
schade, war es doch ein Zeichen wie sehr
man sich über das Frühjahr freute.
Am Mittwoch, 10 Juni, starten wir bei
leichtem westlichen Wind, dazu
regnerisch, unsere Sommerreise. Abends
waren wir nach 54 sm im neuen Stadthafen
von Middelfart fest. Aber dann oh
Schreck, Donnerstag und Freitag blieben
wir bei West – NW 6 – 7 in Middelfart
hängen. So am Anfang der Reise machen
Hafentage wirklich keinen Spaß. Und das
bei € 25 (steht gleich bei der
Hafeneinfahrt groß dran) Hafengeld,
teuerer als das wirklich exklusive Hohe
Düne in Warnemünde.
Samstagmittag, 13 Juni, wurde der
Wind zahmer, und mit W 5 waren wir
schnell in Juelsminde.
Sonntag hatten wir eine
„Sonntagstour“ nach Thunö, W 4 -5,
sonnig, welche Seglerwünsche bleiben da
noch offen? Und wenn dann abends auch
noch frische Asparagus – Kartoffeln in
der Pfanne schmoren, dann ist das Glück
so gut wie vollkommen. Montagmorgen
machten wir noch einen schönen
Inselsparziergang, nutzten dann aber
nachmittags noch den frischen Westwind,
um nach Grenaa zu segeln, nach 33 sm
waren wir dort um 19,30 Uhr fest.
Grenaa hat zwar das Kattegat –
Center, man kann sich einen Haifisch aus
der Nähe begucken, und man kann an der
Ecke von Fornaes erfolgreich Fossilien,
z.B. versteinerte Seeigel, sammeln. Aber
Grenaa war für uns nie ein Hafen zum
Verweilen. So auch dies Mal nicht. Für
die nächsten Tage war „ungemütliches“
Wetter vorhergesagt, viel Wind teils
östlich und regnerisch. Wenn man auf die
Wetterberichte achtet, muß man keine
bösen Überraschungen mehr erleben wie
wir es in unseren Anfangsjahren der
Tourensegelei doch häufig hatten. Die
Wetterfrösche sagen heute zumindest für
3 Tage ziemlich genau voraus.
Also legten wir Dienstag, 16. Juni um
8,30 Uhr, wieder ab Richtung Anholt. Es
wehte leicht W 3-4, aber im Logbuch
steht „schuppig“, es muß also
ungemütlich gewesen sein. Bei den gerade
mal 24 sm machte das nicht viel, und um
13,30 Uhr waren wir in Anholt fest.
Längsseits am Steg. Wie in schon in Tunö
waren auch hier noch nicht viel Segler.
Auf Anholt war erst mal Pause,
erstens weil wir es auch so wollten,
zweitens wäre es für die nächsten Tage
auch kein Reisewetter gewesen. 7
Windstärken aus SW, das Wasser peitschte
über die Mole, am Strand sah die
Brandung gewaltig aus.
„Langusten-Festival“ Hummerhoalen,
das ist immer „ein Muß“ auf Anholt. Für
100,- DK gibt’s eine große Plastiktüte
voll vom Fischer. Die Menge reicht für 2
Tage. In der Bordküche frisch gekocht
und auf den Tisch, lecker, lecker…. Da
kann so schnell kein Restaurant
mithalten.
Auf Anholt haben wir uns einen Buggy
gemietet, so eine kleine Elektro-Karre,
wo sie auch auf dem Golfplatz mit hin –
und herfahren. Da haben wir die schöne
Insel im Kattegat so richtig mit
erobert. Statt uns abzustrampeln haben
wir uns einfach nur an der
abwechslungsreichen Natur erfreut.
Gestaunt haben wir wie viele
Ferienhäuser es auf Anholt gibt.
Der junge Mann im kleinen
Kaufmannsladen am Hafen war sehr
gesprächig. Es war ja noch so gar nichts
los, und er hatte Langeweile. Wir
beschwerten uns bei ihm über’s Wetter,
wir waren nun 10 Tage von zu Hause weg
und hatten mehr Starkwind gehabt als
Sommerwind. Seine Antwort: „Nächste
Woche kommt lille Sommer, 23 Grad, aber
Du musst aufpassen, ich glaub, Freitag
ist er wieder weg“. Er sollte Recht
behalten, und der lille Sommer blieb
nicht viel länger.
Sonntag, 21 Juni, 7,00 Uhr verließen
wir das „Bahama des Nordens“, der
Sommertraum aller Segelkinder. Nach
Tagen Starkwind hatten wir auf der Reise
nach Gilleleje nur schwach umlaufend.
Petrus fand nicht das richtige Maß.
Gilleleje liegt landschaftlich hübsch am
Eingang vom Sund. Hier gibt es
tatsächlich noch einen sehr aktiven
Fischereihafen, was auch in Dänemak
schon selten geworden ist. Ein Teil
Fisch wird gleich am Hafen an viele
Ausflüglern vermarktet. Die Küste
Nordseelands ist ein beliebtes
Naherholungsgebiet der Kopenhagener. Wir
„halfen“ bei der Fischvermarktung und
kauften für 380.- DK Graved Lachs. Den
hatten wir uns teils einschweißen
lassen, gute Mahlzeiten ließen uns noch
etliche Tage an das gemütliche Gilleleje
denken.
Nach dem Großeinkauf legten wir um 11
Uhr dieses Montags, 22,6., Richtung
Rungsted ab Es war so gar kein Wind, und
der Motor lief. Ich machte unterwegs das
Mittagsessen, und Hermann spielte den
„Fische Mörder“. D.h. er hatte sich das
Angelgeschirr rausgesucht. Zu Zeiten von
Katze Moritz hätte er einen glühenden
Verehrer gehabt. Im Sund hat Hermann mal
einen Hornhecht gefangen. Danach
brauchte Moritz nur die Angel sehn, und
er „glaubte“ an seinen Kapitän.
Rungsted, das ist für mich ein
bißchen nach Hause kommen. Hier war ich
ein paar Mal stationär, während Hermann
seine Norwegen-Reisen gemacht hat.
Einmal sogar 10 Tage, das hab ich dann
„mein Kopenhagen – Festival“ genannt.
Bei schönem Wetter hat die Flanier-
meile in Rungsted was Italienisches, die
Restaurants mit vielen Draußen –
Plätzen, die Eisbuden und die vielen
schwatzenden Gucker.
23. Juni 09 – Sct. Hans in
Kopenhagen. Es war prächtiges, sehr
warmes Mittsommer-Wetter,
und die Menschen strömten zu Hauf
in’s Tivoli. Wir hatten uns dort mit
Dirk und Inge verabredet, gute
Seglerfreunde aus Flensburg. Es gab viel
zu erzählen, und wir erfreuten uns an
dem immer wieder schönen Tivolipark mit
den gepflegten, übervollen Blumenbeeten.
Auf dem Teich schwamm schon die
Mittsommer – Hexe auf einem Floß, die
abends verbrannt werden sollte. Oh, oh,
nun haben wir also schon wieder den
Gipfel der Helligkeit erreicht…. Das
Licht, diese lange Sommerhelligkeit ist
doch das Faszinierendste am Norden. Den
schönen, warmen Sommerabend verbrachten
wir draußen in Rungsted und den
darauffolgenden genauso.
Aus meinem Kopenhagen – Festival
wurde dies Mal nichts. Es war viel zu
warm, um in der großen Stadt was zu
unternehmen. Der Wetterbericht sprach
auch nicht mehr von „lille Sommer“,
sondern von einer stabilen
Hochdrucklage. Wir änderten unsere
Reiseroute. Geplant war Rügen und dt.
Ostseeküste, aber Sommer im Kattegat ist
doch viel, viel schöner!
Am Donnerstag, 25.6.09, machten wir
mit unseren Freunden vom „Slöpendriewer“
nur eine kleine Seereise. Nach gerade
mal 5 sm waren wir auf der schwedischen
Insel Ven. Gut, daß wir auch auf
Schweden eingerichtet waren, schwed.
Kronen dabei und Katze Jule Pass up to
date. Ven ist eine hübsche Insel
gegenüber Landskrona mit einem
erwähnenswert netten Hafenmeister. Oben
auf der Steilküste thronen Kirche und
Friedhof. An den Holzhäusern blühten
üppig die Rosen. Es war so richtig
Sommer!
Freitag, 26. Juni: Es ging wieder
Richtung Norden. Der Wind kam aus NO 4-5
und nahm später leicht zu. Die
„Slöpendriewers“ setzten ihre Reise fort
und waren abends in Varberg, das
erfuhren wir über SMS. Unsere Reise war
kürzer, gute 20 sm, bei dem Paradewind
segelten wir nach Mölle unter’m
„Kullaberg“. Nach 33 Jahren haben wir
Mölle mal wieder angelaufen. 1976 waren
wir mit dem Hanseaten hier. Dies Mal
passte alles. Auf dem Törn dorthin
hatten wir 2 sm mitlaufenden Strom, so
daß wir oft 8 sm Fahrt machten. Es
rauschte nur so, eine traumhafte Segelei. Der frische NO, aber ablandig,
wir konnten den kleinen Hafen unter’m
„Kullaberg“ (so nennen die Schweden den
Kullen) problemlos anlaufen und fanden,
da wir schon um 12 Uhr da waren, auch
noch einen feinen Boxenplatz.
Bei auflandigem Nordwest gibt es in
Mölle „Kleinholz“. Die Festlieger sind
nicht nur „normal“ vertäut, sondern
zusätzlich am starken Moorings. Unser
einheimischer Nachbar sagte, das Liegen
hier wäre ein Problem. Das Hafengeld
allerdings auch, finden wir. 200.- SEK,
das sind immerhin € 20.-.
Mölle ist eben ein beliebter
Ferienort der Schweden, viele hübsche
Häuser bis zum Grandhotel, alles weiß.
Von der Terrasse des Grand Hotel hat
man einen grandiosen Blick über Sund und
Kattegat und natürlich auf das mächtige
Felsengebilde des Kullen. Am Hafen gab
es herrlichen geräucherten Laacks in
Striemen. Wir haben den Tag unter’m
Kullaberg sehr genossen.
Hätten wir geahnt, was uns die
nächsten Tage erwartete, wären wir
sicher noch ein bißchen im hübschen
Mölle geblieben. Nun hieß es erst mal
motoren, motoren, der Wind schien Ferien
zu machen.

Samstag, 27. Juni(heute war
Siebenschläfer, und es regnete nicht),
legten wir um 9,30 Uhr in Mölle ab und
waren um 17,30 Uhr in Odden Havn fest.
Halb gesegelt, halb motort und vor allem
warm, buuuh….
Sonntag, 28. Juni, legten wir um 9,00
Uhr ab, um den Sprung zurück in die
Inselwelt zu machen, und um 15.00 Uhr
waren wir in Langör fest. Wir waren also
wieder an der dänischen Kartoffelküste.
Hermann war gleich mit dem Rad
unterwegs, „kartoffler“ anzulanden.
29. Juni, von nun an machten wir „die
Politik der kleinen Schritte“ Es ist
Hochsommer, sehr warm, sonnig von
morgens bis abends, und für die ganze
Woche wird für alle Vorhersagegebiete
schwacher O – NO angesagt. Aber es geht
uns gut, auf Samsö kaufen wir uns an den
Gartenpforten Erdbeeren, kleine Möhren,
Schnittlauch und immer wieder gerade
ausgegrabene Kartoffeln. Besser geht’s
nicht. Wir machten die nächsten Tage
Pendelverkehr Samsö / Knebelvik /
Nappedam / Kongegarden in der Begtrupvik
usw. Abends lagen wir auf Anker oder an
einer kleinen Brücke.
Nach ein paar Tagen „Walachei“ wie
ich dazu sag hab ich Heißhunger auf
Stadt, und so gingen wir am Freitag, 3.
Juli, nach Marselisborg. Es war ein
wunderschöner Sommerabend, ein
Marselisborg-Abend. Die Restaurants
waren mehr als gut besucht, und am
Eisladen stand eine lange Schlange. So
was von Hafenatmosphäre macht Spaß, es
ist Sommerfreude pur.
Samstagmorgen machte ich in Arhus
meinen Stadt- und Einkaufsbummel und war
wieder rundum zufrieden. Nachmittags um
15.00 Uhr legten wir ab Richtung Samsö.
SO 4-5 auf SW drehend, gewittrig, sonnig
und sehr warm. Um 19.00 Uhr gingen wir
in Langör auf Anker. Ein schöner, bunter
Tag ging zu Ende.
Sonntag, 5. Juli, machten wir 42 sm
Richtung Heimat. Um 7,45 gingen wir
Anker auf, und um 15,45 Uhr waren wir in
Nyborg fest. Es war fast den ganzen Tag
bedeckt, diesig, aber trocken. Keine
Sonne, was für eine Erleichterung für
mich! Ich hatte das Gefühl, 10 Tage auf
Sparflamme gelebt zu haben. Jeden Tag
Sonne – da werde ich eine richtige
„Zuwiderwurzn“, so würden die Bayern das
sagen.
Montag war „spannend“. Bei schwachen
SW legten wir in Nyborg ab. Wir
trödelten so dahin, bis vor Lundeborg
ein dicker Schauer kam und der Wind auf
S 5 drehte. Nun ging es Schlag auf
Schlag zum Svendborg-Sund. Um 15.30
waren wir endlich in Thurö vor Anker.
Dienstag, 7. Juli, hatten wir eine
sehr erfolgreiche Reise. Um 8.00 Uhr
ging’s Anker auf, SW 4, es lief prima
und auch bequem dazu. So gut, daß wir
uns in Höhe von Lyö entschieden, weiter
nach Dyvig zu segeln. Aber wie so oft
hatte Petrus seine eigenen
Vorstellungen. Es wurde gewitterig, der
SW nahm zu auf 5-6, dazu Schauerböen, es
wurde sportlich. Nach Dyvig kreuzen von
Alsen Nord aus hatten wir allerdings
keine Lust mehr. Wir segelten in die
Genner Bucht und waren um 17.00 Uhr in
Kalvö fest. So hatten wir noch einen
schönen Abend mit Spaziergang um die
kleine Halbinsel.
Mittwoch, 8. Juli, ging’s nach Hause.
Wir hatten S – SW 4-5, der in Höhe vor
Langballig leider abnahm, dafür aber
immer wieder dicke Schauer. Um 16.30
waren wir in Glücksburg fest, alles in
allem zufrieden mit unserer Reise. Wir
stürmten nicht sofort nach Hause, wir
hatten noch einen gemütlichen Abend an
Bord, wir ließen die Ferien langsam
ausklingen.
3 Tage zu Hause, saubere Wäsche und
frischen Proviant an Bord,
Sonntagnachmittag, 12. Juli, legte
Hermann trotz SO 5-6 und Dünung auf der
Außenförde wieder ab, abends 19.45 lag
die „Windrose“ in Dyvig auf Anker. Winde
wehen, Winde drehen, Schiffe gehen- am
nächsten Tag kam der Wind aus W – SW
3-5, und ganz gemütlich war Hermann nach
26 sm in Middelfahrt. Der Wind lässt das
Seglerleben nie langweilig werden.
Hermann stand auf „auf Treiben“, in
dieser Woche war in Arhus Jazz-Festival.
So legte die „Windrose“ um 9.15 Uhr ab,
machte in der Bucht von Julsminde
Mittagspause und war mit leichtem W und
ein bißchen Motor-Nachhilfe abends im
übervollen Tunö, es war Ferienzeit.
Mittwoch, 15. Juli, hielt Hermann
sich noch bis zum Nachmittag auf Tunö
auf. Kaum Wind, gewittrig, 2 Std.
Spaziergang über die Insel, und in einem
vollen Hafen gibt’s viel zu gucken. Um
16.00 Uhr legte die „Windrose“ ab, und
es dauerte nicht lange, daß sie von
einem fixen Gewitter erwischt wurde.
Wind, viel Regen, keine Sicht, das
musste erst mal abgewettert werden. Kurz
nach 19.00 Uhr legte Hermann in
Marselisburg an.
Donnerstag, 16. Juli, war also Jazz –
Festival angesagt. In einer Reithalle
war fix was los. Ein paar Stunden Jazz
langte allerdings auch, und um 16 Uhr
wurde noch abgelegt. Mit SW 4 – 5 gings
schnell in die Knebelvik, wo die
„Windrose“ um 18,30 Uhr fest machte.
Freitag, 17. Juli, war es
schwachwindig, und mit 4,8 sm unter
Motor gab es nur ein Verholmanöver nach
Nappedam am äußerten Ende der Bucht.
Samstag, 18. Juli –
Schauerwetter und „nichts
beschickt“. Hermann schreibt in
seinem
provisorischen Logbuch: „Nennen wir
es Brotzeit – Tour, Leberpastete usw. Er
hatte ja in Arhus gut und lecker
eingekauft“. Aber er schreibt auch:
„Nach nur 4,4 sm unter Motor verhagelt
und klatschnass in der Knebelvik am Ball
fest.“ Man kann auf verschiedene Arten
abends müde sein….
Sonntag, 19 Juli war dann endlich
wieder ein seglerisches Erfolgserlebnis.
Mit flottem SW 5 war die „Windrose“ von
8.00 – 13.30 unterwegs und in Langör
außen an der Brücke fest.
Montag, 20 Juli kann Hermann noch mit
SW 4 – 5 nach Ballen, gerade fest
frischte der Wind auf, 6 -7. Und W 6 – 7
waren’s auch am nächsten Tag, die
Hermann für eine schnelle Reise nach
Lundeborg nutzte. Um 7.00 in Ballen
abgelegt, in Lundeborg nach 43,1 sm um
14 Uhr fest.
Der Wind ist ein Wendehals. Mittwoch
22. Juli kam er aus SO mit flauen 3
Windstärken. So brauchte „Windrose“ 4
Std. nach Svendborg. Hier wurde
eingekauft und dann Vindeby gegenüber
verholt. In Svendborg werden sie
verrückt mit Hafengeld usw.
Hermann ist ein Reisender unter
segeln, möglichst muß jeden Tag was los
sein, Abwechslung hält jung.
Donnerstag, 23. Juli, half ihm der
Wind zu einer langen Reise. Um 9 Uhr in
Vindeby abgelegt, bis Skjoldnaes SW 4,
da drehte der Wind wie bestellt auf W
4-5, und ab ging’s Richtung Damp. Um
18.00 Uhr war die „Windrose“ nach 41,1
sm fest, und Hermann war nach Baden und
Massage runderneuert.
Freitag, 24.juli, verholte Hermann
sich bei SW 4 und rundum Gewitter nach
Kappeln, wo ich am Nachmittag hinkam, um
Samstag und Sonntag gemeinsam zu
verbringen.
Montag, 27.Juli fuhr ich nur für
einen Tag nach Hause, alles für den 82.
Geburtstag einkaufen. Hermann ging in 2
Etappen von Kappeln und nach Dyvig und
von Dyvig nach Kalvö.
Mittwoch, 29. Juli. „28“, Hermann
hatte sich ein Schild gemalt, so hörte
sich das Alter gut an, und genau diesen
Optimismus hat mein Käptn. „Gesundheit
und ein langes Leben“ wünsche ich Dir.
Hunderte von Schwalben begrüßten Hermann
morgens mit ihrem Gezwitzer. Überall
saßen die kleinen, hübschen Frackträger,
auf den Leinen und auf der Seereling.
Ein Tisch voller Geschenke,
Kartengratulationen und noch mehr
Telefon und E-Mails machten Hermann
einen fröhlichen Tag. Mittags Besuch von
Rolf und nachmittags von Kai und Heike.
Welch bunter Tag!
Donnerstag, 30. Juli, war noch ein
Tag Erholung in Kalvö, aber der dän.
Wetterbericht schrieb auch „Kuling“,
also viel Wind. So ging es erst am
Freitag, 31. Juli, wieder an die Arbeit.
Ich fuhr nach Hause, und Hermann legte
um 9,45 Uhr in Kalvö ab. SW 5-6 brachten
die „Windrose“ schnell nach Aerö, fest
um 15,20 in Söby.
Samstag, 1. Aug., ging’s in’s
Museums-Städtchen Aerösköbing, wo
Hermann von einer Marienkäferplage
wieder erwischt wurde, wie schon in
Söby, und ging lieber auf Anker.
Vom 2. August an gab es Inselleben,
dänische Südsee wie man so schön sagt,
Drejö, Rudköbing, Thurö, Avernakö, um am
Mittwoch, 5. Aug. mal wieder in
Glücksburg festzumachen. Wäsche usw.
Montag, 10. Aug., fuhr Hermann
voraus, unsere nächste gemeinsame Reise
stand bevor. Es war schwachwindig, und
der Motor musste helfen, um nach 23,4 sm
vor Avernakö auf Anker zu gehen.
Dienstag und Mittwoch wurden auf Drejö
verbracht mit den Fahrdorfern. Kai und
Heike hatten mit den Kindern Ferien.
Am Donnerstag, 13. Aug. erwartet
Hermann mich in Aerösköbing. Es war
schon lange sein Wunsch, Aerö mal mit
dem Auto zu erkunden. Ich war von
Mommark mit einer alten klapperigen
Fähre nach Söby gekommen. Freitag und
Samstag fuhren wir über die Insel, alles
ganz andere Perspektiven und ein viel
größerer Radius als immer nur die Häfen.
Bei Skjoldnaes am Golfplatz stehen war
toll und da die Aerö-Insel so schmal
ist, sieht man von der Straße aus immer
irgendwo Wasser. Tolle, beeindruckende
Ausblicke! Es hat sich jeden- falls
gelohnt, das Auto mal hinzuholen.
Sonntag, 16. Aug.., ließen wir das
Auto in Aerösköbing am Jachthafen stehn,
und unsere Reise ging mit der „Windrose“
weiter. Bei schönem WSW 5-6 und Sonne
waren wir mittags in Lundeborg und
gingen am nächsten Tag mit demselben
Wind nach Nyborg. Bei „Guldbageren
Gerds“ mussten doch Karamellkringel
geholt werden. Bei boeigen WNW 5-6 Sonne
ging’s Dienstag, 18. Aug. wieder
südwärts. Den Svendborgsund haben wir
beiden Alten wacker aufgekreuzt, während
fast alle anderen reinmotorten. In
Troense fanden wir einen Platz, was
nicht immer leicht ist, die Plätze sind
begehrt. In Troense ist noch ein
Hafenmeister der alter Schule, weißes
Hemd, weiße Mütze, sehr höflich. Eine
sehr gepflegte Anlage, alles für nur DKK
100.- Hafengeld.
Mittwoch holten wir unser Auto von
Aerösköbing, mit dem Bus nach Svendborg,
dann mit der Fähre hin und mit der
gleichen Fähre mit dem Auto zurück. 10
Minuten Aufenthalt, das war fliegender
Wechsel, am nächsten Tag war ich heiser
vom schnellen Laufen. Abends machten wir
noch eine Rundfahrt über Tasinge, von
Brekninge Kirche hat man einen schönen
Ausblick über die Inselwelt von
Südfünen. Es war ein wunder schöner
Sommerabend.
Donnerstag, 20. August, segelten wir
mit SO 5, böig, sonnig und sehr warm
nach Lyö, wo wir wieder Kai mit Familie
trafen. Wir gingen zusammen Mirabellen
pflücken. Am nächsten Tag ging’s nach
Faldsled, wo der Hafen nun so vergrößert
ist, daß man immer einen Platz findet.
Bei leichtem West ging’s am Samstag nach
Avernakö, und das hat uns super gut
gefallen. Es war Sommer wie er schöner
nicht sein kann, am Strand direkt am
Hafen wuchsen wilde Rosen und Sanddorn,
schön wie sonst nur auf den
Kattegat-Inseln. Wir blieben auch noch
am Sonntag, wir radelten die ganze Insel
ab, ein Tag zum Freuen.
Montag, 24. Aug., war wieder Alltag,
Hermann segelte bei SO 4-5 zunehmend
nach Dyvig und war schon um 13 Uhr fest.
Ich legte zur gleichen Zeit ab, kam aber
erst um 16 Uhr endlich in Dyvig an:
Fähre Avernakö / Faaborg, mit dem Auto
nach Boyden, Fähre Boyden / Fynshav und
dann mit dem Auto nach Dyvig. Das war
eine Reise, o weh!
Dienstag und Mittwoch ging’s über
Sonderburg nach Glücksburg. In
Sonderburg besuchten uns noch die
Fink’s, alte Vereinskameraden vom AYCR.
Hermann hat fleißig „Weißt Du noch?
gespielt.
Dieses Mal reichte ein Tag
Heimaturlaub, und Hermann ging Freitag,
28.Aug., trotz SW 5-6 und dicken
Regenschauern wieder auf Reise. Um 15
Uhr erst abgelegt, das war ein bißchen
spät, da es doch Ende August schon früh
dunkel wird. Um 21,45 war die „Windrose“
endlich in Kappeln fest.
Samstag und Sonntag war mal wieder
Baden und Massage in Damp dran, und ich
kam mit dem Auto dorthin, um Proviant
und saubere Wäsche zu bringen.
Montag, 31. Aug., legte die Windrose
wieder Richtung dän. Südsee ab. Mit SW
4-5 war Hermann schnell in Marstal. Von
Marstal ging’s nach Söby und bei S-SW
5-6 nach Dyvig das war eine sportliche
Reise.
Für’s Wochenende war schlechtes
Wetter angesagt, und so kam die
„Windsrose“ Donnerstag, 3.9.09, mit SO 5
wieder gut beim FSC an. Freitag und
Samstag zog der erste Herbststurm über’s
Land, SW 6-9, da waren wir zu Hause.
Montag, 7. Sept., fing die
SCHLEI-Woche für Hermann an. Kappeln-
Fahrdorf- Goltoft- und wieder Kappeln,
Zusammen waren wir am Wochende 11./ 12.
Sept. in Stauertwedt, mehr ein Anleger
als ein Hafen. Hermann schenkte dem
Hafenmeister einen FSC Stander, und der
freute sich mächtig. Wir hatten
wunderschönes Spätsommerwetter und saßen
bis zum Dunkel werden im Cockpit.
Die kommende Woche war Ostwind und
das reichlich, da ist man so ein bißchen
in der Schlei gefangen. Hermann blieb
beim ASC, und ich war schnell wieder da,
das Wetter war zu schön, um zu Hause zu
sein. Mittwoch, 16. Sept., fuhren wir
nach Schleswig, guckten uns im Schloß
Gottdorf eine Ausstellung an, „K 20“,
Bilder der klassischen Moderne. Den Dom
in Schleswig zu besuchen und Kerzen an
zu zünden war eine
Selbstverständlichkeit. Wir müssen immer
wieder Dankeschön sagen, daß wir es so
gut haben dürfen. Frischer
Pflaumenkuchen von Maria beim ASC
rundete diesen schönen Tag ab.
Auch in der 2.ten Septemberhälfte
haben wir strahlendes Spätsommer- oder
Frühherbstwetter, so schön, daß man
nicht glauben mag, daß auch diese
Segelsaison zu Ende gehen wird. Vor
allem ist es ungewöhnlich trocken. In
Schwansen, also südlich der Schlei, ist
der Grundwasserspiegel 1,5 niedriger als
normal. Für uns Segler ist dieser
Altweibersommer ein Geschenk des
Himmels. Alles ist schön, Maria beim ASC
in Kappeln backt Pflaumenkuchen, alles
ist fröhlich.

Am 27. Sept., Sonntags, ist Absegeln
auf der Flensburger – Förde. Was wir
noch nicht an diesem Tag wissen, daß
dieses offizielle Absegeln auch unser
Absegeln für diese Saison ist. Auf
einmal ist nämlich Schluß. Am
Mittwochmorgen, 30.09, ruft Hermann mich
um 11.00 Uhr an: „Morgen kommt Windrose
aus dem Wasser. Stryi hat Zeit“
Oh, oh, da musste nachmittags noch
einiges gemacht werden.
Bei stolzen 2.319,4 sm und 112 Tagen
auf See blieb am 1.Okt. das diesjährige
Log stehn. Eine wunderschöne Segelsaison
ist zu Ende gegangen, und über Winter
werden wir fleißig beten, daß die
nächste Saison genauso wird.
Irmgard Quay.
14.11.09