Mit 20 Jahren begann ich in Winterberg Sauerland/Wstf. mit dem Skilaufen.

Im Dezember ging es mit dem      Skizug ab Essen-Hbf. los. Am Hbf. wurde eine Flagge gehißt, das war das Zeichen, im Sauerland liegt ausreichend Schnee, und Samstag und Sonntag verkehrten die Sonderzüge.
Die Holzski konnten im Sporthaus Overbeck Essen mit Kabelzugbindungen geliehen werden. Skischuhe hatte man nicht, ebenso keine Skihosen und Anorak.
Ein stabiler hoher Straßenschuh und eine Hose unten mit einem Gummizug, das war die Bekleidung.
Die Bekleidungs-Industrie kam aber schnell den Bedürfnissen nach, heute sind DM 5.000,00 nicht die Obergrenze für eine Skiausrüstung.
Seitdem gehe ich bis heute jeden Winter Skilaufen. In guten schneereichen Wintern bis zu 50 Tage, seitdem ich in Ruhestand bin.

             Skisafari • Berner Oberland

 

Von Penzberg in Oberbayern war das einfach, von dort machten wir Tagestouren bis Kitzbühl und zum Arlberg.
                                                          Carmenna • Arosa

 

Ich hoffe, daß ich nun von Flensburg aus doch 2-3 mal den Weg zum Skilaufen finde.

In.den Jahren 1957-68 habe ich jedes Jahr die Ötztaler-Alpen im Hochwinter mit Ski und Rucksack durchwandert, von einer Hütte zur anderen.

Die Gletscher-Welt hatte ihre eigenen Gesetze, wer abends spät kam, dem blieb nur die Bank oder Tisch als Ruhestätte.

Kein fließend Wasser, keine Zentralheizung, Kerzen als Beleuchtung, ein Bergsteiger - Gericht gab es, die Verpflegung wurde mit Trägern angeliefert.
Im Herbst wurden die Hütten mit Wagen oder Esel für den Winter bevorratet, einige wenige Hütten waren mit Transport-Bahnen ausgerüstet, meist musste der Rest des Weges noch getragen werden.

Dagegen ist es heute einfach mit den vielen Skiliften. Nun gehe ich gerne nach Südtirol, dort ist es im Winter für einen Senioren gemütlicher, man kann mit den Liften Rund-Touren machen, und abends hat man leicht 50 Km gemacht.

                Skisafari • Graubünden

 

 

Mit Rucksack und Ski, 11 Jahre durch die Ötztaler Gletscher Welt

Von 1957 bis 1968

Die Welt der Skiläufer und Tourengeher war noch klein und sehr langsam, drei Std. Aufstieg, danach 30 Minuten abfahren, auch gemütlicher und kameradschaftlich.

Mit dem „Nachtzug“ im Schlafabteil von Essen Hbf nach Innsbruck, dann mit dem Bummelzug bis Ötz, weiter mit dem Bus bis Zwiesel, der Busfahrer hatte meistens eine Fahne, aber von Knoblauch.

Hier wurde man von einem Pferdeschlitten abgeholt. Inzwischen war es schon wieder dunkel, der Kutscher manchmal „duhn“, die Gäule kannte den Weg nach Vent.

Wir waren müde und hungrig, sahen nicht wie steil es an der linken Seite runterging, das war auch gut so.

Nach gut 2 Std. sah man die ersten Lichter, die Pferde wurden schneller, der Kutscher bewegte sich auch das erste Mal wieder.

Bezahlt hatten wir schon in Zwiesel, dann wurden wir vors Hotel VENT, nach 22 Std, abgeliefert.

Morgens nach dem Frühstück, zu der Zeit kannte man noch kein Buffet, wurden Informationen eingeholt.

Wie war der Winter? Wie viel Schnee liegt oben auf den Gletschern? Welche Hütten sind noch nicht geöffnet?

 

 

 

 

 

Was macht der Rofenbauer Vinzenz? Rofen ist das höchste Kirchdorf in Österreich, somit war Vinzenz der höchstgelegene Bauer.

Zur Vernagt-Hütte führte der Weg über Rofen, dort gab es Sahne mit Preiselbeeren satt, danach war der restliche Weg zur Hütte sehr beschwerlich.

Man sprach auch vom „Sahnegletscher“. Denn von der Hütte ging man auch zur Wildspitze. Von dort hatte man bei guter Schneelage eine Superabfahrt, mit Zwischen-Aufstieg über’s Mitterkar-Joch nach Sölden.

 

1957 im April ging ich mit Karl Böhnlein mit Rucksack und Ski wieder in die Ötztaler nach Vent von dort auf die Samoar-Hütte, beim Aufstieg haben wir die Schwaben Paul Off und Ewald und Seppl, eingeholt. Die Drei hatten pralle Rucksäcke voll mit Schweinernem und?

Ich habe einen Träger mit meinem Rucksack beauftragt, denn mein lk. Knie war noch nicht fit, von einem Skiunfall aus 56.

Die Samoar-Hütte sollte für die Leibstandarte Hermann Göring sein, nun gehört sie der DAV Sektion Berlin und heißt „Martin Busch Hütte“.

Die Hütte war mit einem Wasserkraftwerk ausgerüstet zur Stromerzeugung und warmes Wasser.

Mit uns stiegen auch die Wirtsleute, Hüttenwirtin Steffi mit Schwester, sowie ein Hausbursch aus Südtirol auf.

Wir waren die ersten Gäste in diesem Jahr. Oben angekommen wurde festgestellt das E.-Werk war eingefroren und keine E-Heizung möglich. In der Hütte kein Licht und kein warmes Wasser. O, Gott, rief die Wirtin und fragte uns, ob wir einen Weg wüssten wie man das wieder hinbekommt.

 

Karl sagte sofort OK. der Hermann ist Fachmann, noch nie habe ich so was gesehen. Also bekamen wir erst mal richtig zu essen und zu trinken, auch Rotwein. .

Dann sind wir zu dem Krafftwerk gestiefelt, eine Eisgrotte in dem Raum, es hatte wenig geschneit bis dahin, sonst ist das K.-Werk mit Schnee eingedeckt.


Dem Haus Seppi haben wir gesagt, wir brauchen das Regenfass 200 Ltr. Papier und Holz Er brachte auch noch Koks, alles mit dem Schlitten eine furchtbare Plackerei.

Dann haben wir den Laden aufgeheizt, die Turbine auseinander genommen und weiter geheizt. Des Abends bei -20 zig Grad die Turbine wieder zusammen gebaut, und es wurde Licht und warm.

Ich war natürlich der King habe 14 Tage nichts bezahlen brauchen.

Das Wetter hat es gut mit uns gemeint, wir konnten jeden Tag unsere Touren machen. Die Stuttgarter haben sich uns angeschlossen, die Gruppe war 5 Mann stark davon waren 3 mit Hochgebirgserfahrung.

Dann sind wir mal auf der Similaun-Hütte versackt, wir haben nicht gemerkt, dass die Dunkelheit eingebrochen war.

Uns blieb nur die Wahl zu warten, bis der Mond, wir hatten Vollmond, über die Gipfel kam und den Gletscher zu unsere Hütte ausleuchtete, es wurde 20 Uhr und sehr kalt.

Als es losgehen sollte, habe ich allen geraten, sie sollen sich Zeitungen in die Hose stecken, damit der Seppi geschützt wurde, ausgelacht wurde ich.

Die Abfahrt zur Samoar-Hütte dauert etwa 30 Minuten, im Dunkeln entsprechend länger, es ging los, es ging gut, alle sind wir gut angekommen.

Die Kälte war enorm, und dann kam das Erwachen im Hosenlatz, als die Wärme alles aufwärmte, was haben die Jungs getanzt, ihren Spitz gerieben und gestöhnt. Meine Zeitung hatte gewirkt, ich brauchte nicht zu tanzen.

Aber einer, der hatte den rechten Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger angefroren. Der Bursche war von Beruf Schneider und brauchte seine Finger unbedingt, die Finger waren weiß. Wir haben gerieben und massiert, es wurde nicht besser.

Wir haben die Wirtin informiert. Die Wirtin besah sich die Finger, nahm mich bei Seite und sagte, da hilft nur noch die Finger in Petroleum stecken und einige Minuten drin lassen. Aber das hält keiner aus.

Wir haben das besprochen und gehandelt, von der Wirtin bekamen wir Petroleum im Eimer, dann haben wir Burschen, zu viert, gepackt und die Hand im Eimer gedrückt. Der hat geschrien und getrampelt bis er ohnmächtig wurde, aber es hat geholfen.

 

1958 Habe ich im April eine Skitour von Sölden- Vent Vernagt-Hütte- Wildspitze nach Sölden und zurück gemacht.

Mit Paul Klotz, der hatte seine Ausbildung zum Ski und Bergführer abgeschlossen und musste nun geführte Bergtouren nachweisen.

Ich traf Paul Klotz in der Sonne in Sölden, in der ich nächtigen wollte, denn den nächsten Morgen wollte ich früh auf und weiter nach Vent, wo ich aufsteigen wollte.

Paul auch mit einer Gruppe. Er wusste, daß ich schon in den Ötztalern war und fragte, ob ich nicht mit wollte als Schlussmann der Gruppe, OK. Für Kost und Loggie.

Morgens ging’s los, 11 Mann waren wir mit Paul, auf nach Vent, weiter nach Rofen, hier hat Paul eine Rast vor dem Aufstieg zur Vernagt-Hütte- vorgeschlagen.

Und den Leuten eine Portion Schlagsahne mit Preiselbeeren empfohlen. Was wir nicht wussten, daß Paul eine Freundin in Rofen hatte.

 

 

Wir wurden mit extra großen Portionen Sahne + Preiselbeeren eingedeckt, als es dann endlich nach Stunden weiter gehen sollte waren wir voll gestopft und träge.

In der Dämmerung war die Vernagt Hütte sichtbar, Paul hat seine Freude gehabt und wir? Das war der Fluch des Sahnegletschers.

Wir erreichten die Hütte das Bergsteiger-Essen wurde schon serviert, und schneiten rein. Wir bekamen auch noch warmes Essen und waren geschafft.

Aber morgens hatten wir nicht weit zum Frühstück. Denn alle Betten und Matratzenlager waren vergeben, es blieben uns die Bänke und Tische, aber erst wenn alle im Bett waren, 22 Uhr ist Hüttenruhe, und die Welt war auch so in Ordnung.

Das Wort Stress gab es noch nicht. Dann ging es bei Kälte im Schatten auf zur Wildspitze und der Sonne entgegen, nach 2 Std kamen wir aus dem Schatten, wunderbar.

Wir hatten bald den Sattelplatz erreicht, hier wurden die Ski abgeschnallt und Brotzeit gemacht. Dann zu Fuß zum Gipfel, wir hatten einen guten Tag erwischt, das Panorama ist gewaltig.

Nach dem Abstieg kam eine lange Gletscherabfahrt, alle am Seil. Dann musste noch das Mitterkar-Joch erstiegen werden, die Ski auf den Schultern.

Links vom Aufstieg war ein gewaltiger Gletscherbruch, unten trafen wir auf einen Photografen, der ein Stativ mit Fotogerät aufgebaut hatte und wartete schon Stunden dass der Gletscher kalbte, denn ein Knacken und Brechen war zu hören.

Paul meinte zum Fotografen, da kannste noch lange warten, er gab es dann auf und ging mit uns hoch..

Oben angekommen wurde gerastet und Brotzeit gemacht..

Paul hat uns unsere Abfahrtspur über den Gletscher gezeigt, und dann war die Spur nicht mehr sichtbar und dann wieder.

Paul fragte mich, Hermann hast du nicht gemerkt, dass hinter dir die Spalte eingebrochen ist? Nein Gott sei dank nicht, denn ich war der letzte am Seil. Ein Stuttgarter fiel bald in Ohnmacht, der war vor mir am Seil.

Während der Brotzeit, der Fotomann war auch gerade oben. brach die Eiswand zusammen, der Gletscher kalbte, sagt man.

Es war ein Geräusch wie 1000 to Glasbruch, und ein Eisregen kam rauf, daß wir uns kurze Zeit nicht sahen. Wir waren ganz weiß eingestaubt. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.

 

Danach kam noch eine Abfahrt nach Sölden bis vor die Türe der „Sonne“. Es gab zu Essen und zu erzählen, ich wollte abends mit dem letzten Bus nach Obergurgl fahren, aber das wurde nichts. Denn die Tour Obergurgl - Vent stand noch auf dem Zettel.

Am nächsten Tag fand ich eine Gruppe die nach Obergurgel und dann per Ski nach Vent wollten, als die hörten, daß ich den Weg kannte, wurde ich mitgenommen.

Ich habe denen aber nicht erzählt, dass ich ein Jahr zuvor dort abgestürzt bin.

Das Wetter war gut, und Schnee war zu der Zeit kein Thema. Die Tour verlief gut ohne besondere Vorkommnisse.

Ich kehrte ins Hotel Vent ein, denn ich wollte ja noch mal zur Samoar-Hütte, dort begann meine Bekanntschaft mit der Gletscherwelt.

Am nächsten Morgen machte ich alleine eine Tour zum Ramol-Joch, von hier aus kann man auf den Gurgl-Gletscher (Piccard-Gletscher) sehen, hier ist Piccard mal mit einem Ballon notgelandet. Oben angekommen waren schon zwei mir bekannte Zöllner mit einem Gast anwesend, die machten schon Brotzeit. Die saßen auf der Wächte, wo man immer sitzt.

 

Die Wächte hatte einen gewaltigen Riss,   den ich erkannte, mit List und einer Kaltblütigkeit, die ich nachher nicht erklären konnte, habe ich die 3 zurückgelockt, ein Foto wollte ich machen, sagte ich.

Dann zeigte ich auf den Abriss, die Zöllner wurden blass. Einer wurde an einem Seil gebunden und hat die Rucksäcke geholt, der Gast war ein Bremer Kaffee-Händler und wohnte auch im Hotel Vent. Die Feier abends war groß.

 

Die Zöllner traf ich noch mal, auf der Abfahrt von der Similaun-Hütte zur Samoar-Hütte, die Similaun-Hütte war schon in Italien.

Kölner waren dabei mit einem Paar-Ski, worauf sie ein 20 Ltr. Rotwein-Fass gebunden hatten, Wein zu schmuggeln.

 

 

Die sind mit der ganzen Bagage gestürzt und fragten mich, ob ich helfe. Ich habe auf die aufsteigenden Zöllner gezeigt, die haben alles liegen gelassen und sind Richtung Samoar Hütte getürmt.

Ich habe den Zöllnern berichtet, die waren mir behilflich beim Abtransport.

Abends haben wir in der Hütte gegen Zahlung eines Korkgeldes das Fass geleert. Die Kölner haben wir eingeladen nach Zahlung von Korkgeld. Die Wirtin hat auch so ihren Umsatz gehabt.

Auf der Similaun Hütte wurde ich mal urplötzlich von Zahnschmerzen (Backenzahn) befallen. Es war ein Zahnarzt, Holländer, zufällig anwesend. Der Hüttenwirt hatte Zahnbesteck, Zange und dergl., aus dem 2. Weltkrieg, vorhanden. Der Zahn kam raus, mit 2-3 Obstlern wurde gespült und die Angelegenheit war erledigt.

 

Die beschriebenen Hütten und Touren 9 bis 27 habe ich fast alle abgehakt. Teils mit Bergführer oder erfahrenen älteren Tourengeher.

Die Ötztaler-Gletscherwelt war für mich das Höchste, von allen Touren mit Rucksack, Pickel und Seil.

Für jedes Frühjahr könnte ich einen Bericht schreiben.

Viele ältere Tourengeher lernte ich kennen und habe gut zugehört wenn die Leute, abends in der Hütte bei Kerzenlicht oder Petroleumlampen von ihren Touren berichteten.

Flensburg 22.01.10

Das war alles vor 50 / 60 Jahre. Bis vor 3 Jahren habe ich noch Alpin skigelaufen.

 

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